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Kulturkampf
Bundeskanzleramt verbannt Gendern
Die Mitarbeiter*innen von Friedrich Merz sollen künftig auf Gendersprache verzichten, sagt Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. Denn sie vertiefe "die Spaltung unserer Gesellschaft".

Bundeskanzler Friedrich Merz und sein Kulturminister Wolfram Weimer kämpfen gegen ein Sternchen (Bild: Bundesregierung (Jesco Denzel, Marvin Ibo Güngör))
- 3. August 2025, 12:30h 2 Min.
Nach dem Bildungsministerium unter der CDU-Politikerin Karin Prien verbietet künftig auch das Bundeskanzleramt die sogenannte Gendersprache. Die 470 Mitarbeiter*innen im Haus von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sollen im Schriftverkehr auf Gendersternchen und andere Sonderzeichen für geschlechtergerechte Sprache verzichten, sagte Kulturstaatsminister Wolfram Weimer der "Bild am Sonntag".
Man folge den Regeln der deutschen Sprache, so der im Kanzleramt angesiedelte Minister. "Im Kanzleramt wird in Briefen, Emails und Vermerken nicht gegendert. Statt Formulierungen mit Sternchen oder Binnen-I zu verwenden, begrüßen wir die Adressaten mit der Anrede 'Sehr geehrte Damen und Herren'."
Das Amt mit Sitz in Berlin und Bonn halte sich damit an die Vorgaben des Rats für deutsche Rechtschreibung. Privat sei Gendern weiterhin möglich.
Sprache "kein Spielfeld für Ideologen"
"Erzwungenes Gendern spiegelt keineswegs wider, wie die überwiegende Mehrheit in unserem Land spricht", sagte Weimer der Zeitung zur Begründung des Verbots. "Vielmehr vertieft das Gendern die Spaltung unserer Gesellschaft. Sprache soll verbinden, nicht trennen."
Entgegen des Anliegens des Verbindens äußerte sich der frühere Publizist gegenüber der "Bild am Sonntag" allerdings als Kulturkämpfer. Sprache sei "ein wichtiges Medium der gesellschaftlichen Verständigung, kein Spielfeld für Ideologen. Deshalb lehne ich jede bevormundende Spracherziehung ab." Es gehe ihm dabei auch um den Erhalt "unserer Sprachkultur im Land der Dichter und Denker". Gendersprache sei unnötig und beschädige "auch die Schönheit unserer Sprache".
Auch Merz gegen Gendern
Wolfram Weimer war lange Journalist und Verleger und wurde Anfang Mai von CDU-Chef Friedrich Merz für das Amt des Staatsministers für Kultur und Medien nominiert. Zuletzt sorgte er mehrfach mit Äußerungen für Schlagzeilen, etwa über eine "Cancel Culture" als Inventar "radikal-feministischer, postkolonialer, öko-sozialistischer Empörungskultur" (queer.de berichtete). In seinem 2018 erschienen Buch "Das konservative Manifest: Zehn Gebote der neuen Bürgerlichkeit" äußerte er sich ablehnend über eine "Gender-Ideologie" und bezeichnete Coming-outs neben anderen "Trends" als "diskursive Proletarisierung" und "Enttabuisierung" (queer.de berichtete).
Auch Friedrich Merz hatte sich immer wieder gegen das Gendern geäußert. Behörden seien keine "Volkserziehungsanstalten", sagte er etwa in einem Wahlduell. 2022 hatte er bei Markus Lanz auch ein Genderverbot für öffentlich-rechtliche Sender gefordert: "Es hat etwas Belehrendes, wenn Moderatoren im Fernsehen diese Sprache anwenden. Ende Juni hatte bereits Karin Prien (CDU), die Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, ihr Haus angewiesen, "inklusiv" zu schreiben, aber "ohne Sternchen und Binnen-I". (cw)













