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CSD-Übersicht

Rechtsextreme können Prides in Bonn und Neubrandenburg nicht verhindern

Erneut haben überwiegend junge Rechtsextreme gegen CSDs mobilisiert. Die queeren Demonstrationen waren jedoch erheblich größer und bunter.


Wie bereits in anderen Städten war der Neonazi-Protest gegen den Bonner CSD sehr klein und sehr jung (Bild: IMAGO / Middle East Images)
  • 3. August 2025, 14:59h 3 Min.

Auch am ersten August-Wochenende sind CSDs in Deutschland von rechtsextremem Gegenprotesten belästigt worden. So hatte ein Account aus dem Umfeld der rechtsextremen Nachwuchsgruppe "Alternative Deutsche Jugend" zu einer Kundgebung gegen den CSD in Bonn aufgerufen.

Zu dem Protest "gegen den Genderwahn und Frühsexualisierung" sowie "den linken Zirkus" waren aber am Samstag letztlich nur knapp über zehn Menschen gekommen, teils sehr jung. Sie versammelten sich am Martinsplatz in der Nähe des CSD-Straßenfestes um ein Banner mit dem Spruch "Nein zum CSD! Unsere Stadt bleibt hetero!" und einer durchgestrichenen Regenbogenflagge. Die Polizei schirmte sie von einem Gegenprotest mit über hundert Teilnehmenden und dem eigentlichen Pride ab.

Zum CSD, "Beethovens Bunte" genannt, zogen rund 600 Menschen durch die Innenstadt zu einem Straßenfest auf dem Münsterplatz. In Anspielung auf die kommenden Kommunalwahl lautete das Motto in diesem Jahr "Bonn wählt Liebe!".

Erfolgreicher CSD in Neubrandenburg

Laut Polizei 21 Teilnehmende hatte ein rechter Protest gegen den CSD in Neubrandenburg – der selbst laut Veranstaltenden mit bis zu 1.700 Menschen einen Teilnehmendenrekord aufstellte. Die Stadt war im letzten Herbst deutschlandweit in den Schlagzeilen: Nachdem das Stadt-Parlament die Hissung einer Regenbogenflagge am Bahnhofsvorplatz untersagte, kündigte der schwule Oberbürgermeister seinen Rücktritt an (queer.de berichtete).

/ einBambi
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Sein Nachfolger Nico Klose nahm als Schirmherr am CSD teil, der von Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) eröffnet wurde. Sie warnte vor zunehmenden Anfeindungen gegen queere Menschen und erinnerte daran, wie das Queere Zentrum oder Regenbogenflaggen in den letzten Monaten mehrfach Ziel von Vandalismus wurden (queer.de berichtete). Der CSD hatte in diesem Jahr das deutschlandweite Motto "Nie wieder still – Liebe ist alles" übernommen.

Laut einem Video-Bericht von Katapult-MV habe eine Gruppe von Rechtsextremen, "der Großteil davon minderjährig", offenbar den CSD stören wollen, die Polizei habe aber die Gruppen getrennt. Die Rechtsextremen seien letztlich hinter der CSD-Demo hergelaufen, meldet der "Nordkurier". Laut Kommentaren in sozialen Netzwerken soll es zudem zu einzelnen Pöbeleien und Beleidigungen gegen Pride-Teilnehmende gekommen sein.

Mini-Gegenprotest in Landsberg

Auch in Landsberg am Lech kam es am Samstag zu einem kleinen Gegenprotest gegen den CSD, laut einem Bericht des "Landsberger Tageblatt" hielt ein junger Mann ein Pappschild mit dem Aufdruck "Jesus is the way" in Richtung Pride und wurde von zwei weiteren ebenfalls in schwarz gekleideten Männern dabei gefilmt. An dem 3. CSD der Stadt nahmen rund 300 Menschen teil.

Am Wochenende standen noch weitere Prides auf dem Programm. So sprach auch in Hamburg der CSD-Verein von einem Rekord: Mehr als 260.000 Menschen beteiligten sich am Samstag an dem Pride unter dem Motto "Wir sind hier, um zu bleiben. Queere Menschen schützen". In Essen zogen beim Ruhr-Pride tausende Menschen unter dem Motto "Schicht im Schacht für Intoleranz!" durch die Innenstadt (queer.de berichtete). Auch in Amberg und Fürth wurde gefeiert und demonstriert, am Sonntag folgte der CSD in Frankenberg. (cw)