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- 24. August 2006 1 Min.
Hamburg (queer.de) - Das Hamburger Landgericht hat einen schwulen Hochstapler zu dreieinhalb Jahre Gefängnis verurteilt. Ingo O. (38) gab sich als Graf aus, kaufte eine Villa für 2,1 Millionen Euro und zwei Penthouse-Eigentumswohnungen mit Elbblick (1,1 Millionen Euro). Er prellte Handwerker, Vermieter und fuhr Porsche. Nun wurde Ingo O. wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Urkundenfälschung in sieben Fällen verurteilt. Der Staatsanwalt hatte vier Jahre Haft gefordert, die Verteidiger eine mildere Strafe um drei Jahre. Laut einem Bericht des Hamburger Abendblatts zeigte der Angeklagte im letzten Wort Einsicht: "Mittlerweile sind mir Sinn beziehungsweise Unsinn des Ganzen verständlich geworden." Erst kurz vor Ende des Prozesses hatte er ein Geständnis abgelegt. Bis dahin habe der Angeklagte allen vorgetäuscht, ein reicher Mann zu sein, mit einem Vermögen von bis zu 130 Millionen Euro. So gab sich Ingo O. als Unterhaltungschef von RTL aus - ein Einkommen hatte er allerdings nicht. "Er wollte auf großem Fuß leben und baute eine immense Lebenslüge um sich herum auf", urteilte der Vorsitzenden Richter. Ein Betrugsverfahren gegen den Lebenspartner des falschen Grafen wurde eingestellt. Er hatte nach Überzeugung der Richter dem 38-Jährigen aus blinder Liebe vertraut und von dessen Machenschaften nichts gewusst. Das homosexuelle Paar war im Februar in der Schweiz verhaftet worden. (cw)














