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Szene-Ikone wird 65 Jahre alt

Ralf König tut sich mit Begriffen "queer" und "LGBTQ" schwer

Comic-Legende Ralf König ist kein Fan von neuen Begriffen in der Community – und fühlt sich dabei an ältere Herren aus der Dortmunder Schwulenszene der Achtzigerjahre erinnert, als er noch ein Szene-Küken war.


Ralf König hat kurz vor seinem 65. Geburtstag den neuen Band "Pflaumensturz und Sahneschnitten" veröffentlicht (Bild: IMAGO / Horst Galuschka)

  • 7. August 2025, 11:05h 3 Min.

Ralf König wird am Freitag 65 Jahre alt – und erklärt nun, dass er sich mit Veränderungen in der Schwulenszene schwer tue: "Da gibt's jetzt das Wort 'queer' und 'LGBTQ'. Ich habe lange gebraucht, um das zu lernen, weil ich war schon damals im Chemieunterricht schlecht darin, mir diese Buchstabenketten zu merken", so der Comiczeichner gegenüber dpa. Er selbst benutze weiter die Begriffe "schwul" und "lesbisch", weil er es gewohnt sei. "Ich würde nie sagen, ich bin ein queerer Zeichner, weil mir dieses Wort ein bisschen fremd bleibt."

Allerdings fallen ihm an dieser Stelle auch die älteren Herren aus der Dortmunder Schwulenszene um 1980 ein, die damals mit dem Wort "schwul" Probleme hatten und stattdessen von "homophil" oder "homosexuell" sprachen. "Das ist jetzt vielleicht etwas Ähnliches. Plötzlich ist das Wort 'queer' da und klingt für mich wie 'quer'. Aber ich akzeptiere, dass es sich durchgesetzt hat – was soll ich alter Mann da sagen?"

"Damals gab es ja nur diskriminierende Schwulen-Witze"

Über seine Anfänge als "Chronist der Szene" in den frühen Achtzigerjahren erklärte König: "Damals gab es ja nur diskriminierende Schwulen-Witze. Diese Detlef-Witze, heititei." König lieferte etwas anderes, ohne dass er dabei eine Agenda gehabt hätte: "Ich wollte coole Geschichten erzählen, die lustig sind. Dass damit eine Szene, die damals nicht so viel zu lachen hatte, plötzlich Witze hatte, war mir nicht so bewusst." Bereits vor einer Woche erzählte König im Saarländischen Rundfunk, dass er nie Comics mit dem Ziel gezeichnet habe aufzuklären (queer.de berichtete).

König veröffentlichte erst am Dienstag seine Werkschau "Pflaumensturz und Sahneschnitten" (queer.de berichtete). Bei dem 35 Euro teuren Buch (Amazon-Affiliate-Link ) handelt es sich nicht um eine Biografie oder einen klassischen Bildband. Stattdessen ist es eine Mischung aus Bildern aus dem Archiv, einem sehr umfangreichen Interview und unzähligen beliebten wie unveröffentlichten Comicstrips. 

"Sieht der Siegfried wirklich aus, wie er soll?"

Derweil arbeitet der Künstler schon seit zwei Jahren an einer Umsetzung der Nibelungen-Sage. Aber hier stocke es: "Ich fing schwungvoll an, und nach 80 Seiten kamen dann die Zweifel: Sieht der Siegfried wirklich aus, wie er soll? Müsste er den Scheitel nicht rechts haben? Ich habe da einen inneren Kritiker, der ist manchmal gnadenlos."

Gleichzeitig erklärte er, dass er trotz seines Alters kein traditioneller Rentner werden wolle: "Aufhören werde ich sicherlich nicht. Solange ich einen Stift halten kann und mir etwas einfällt, gehört das zu mir." Alles andere "wäre komisch". (dpa/cw)

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