https://queer.de/?54633
USA
Disney und Serienstar Carano einigen sich nach Rausschmiss wegen Holocaust-Verharmlosung
Die "Mandalorian"-Schauspielerin, die sich auch über trans Personen belustigte, wurde in ihrer Klage gegen den Konzern von Elon Musk unterstützt.
- 8. August 2025, 07:08h 3 Min.
Nach dem Ausschluss der US-Schauspielerin Gina Carano aus einer Disney-Serie wegen des Vorwurfs der Holocaust-Verharmlosung und einer darauffolgenden Klage Caranos haben sich der Serienstar und die Produktionsfirma geeinigt. Beide Seiten gaben nicht bekannt, zu welchen Bedingungen der Streit beigelegt wurde.
Ein Sprecher der Disney-Tochter Lucasfilm sage am Donnerstag, es sei eine Einigung mit Carano erzielt worden, "um die Probleme in ihrer anhängigen Klage zu lösen". Disney freue sich darauf, "in naher Zukunft Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit mit Frau Carano zu finden", erklärte das Unternehmen gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.
Die vor allem aus der Serie "Star Wars: The Mandalorian" bekannte Carano war im Jahr 2021 aufgrund ihrer Beiträge in Onlinediensten aus der Serie ausgeschlossen worden. Carano klagte daraufhin gegen Disney. Sie warf dem Unternehmen in ihrer Klage vor, ihren Ruf geschädigt zu haben. Die an einem Gericht in Kalifornien eingereichte Klage Caranos wurde von Tech-Milliardär Elon Musk unterstützt. Musk hatte zuvor Menschen Hilfe angeboten, die sich nach Äußerungen auf seiner Plattform X, früher Twitter, von ihren Arbeitgebern unfair behandelt fühlten. Ende September hätte es eine erste Verhandlung zu der Klage gegeben.
Vergleich mit verfolgten Juden
Carano, eine erklärte Unterstützerin von US-Präsident Donald Trump, hatte in einem Beitrag Parallelen zwischen ihrem Leben als Konservative in den USA und dem Leben einer Jüdin in Deutschland gezogen. Die Nazis hätten leicht "Tausende von Juden zusammentreiben" können, weil "die Regierung zuerst ihre eigenen Nachbarn dazu gebracht hatte, sie wegen ihrer Religion zu hassen", hieß es in Caranos Beitrag damals. "Wie unterscheidet sich das davon, jemanden für seine politischen Ansichten zu hassen?", schrieb sie weiter.
In anderen Beiträgen verspottete Carano das Tragen von Masken während der Coronapandemie oder verbreitete Verschwörungstheorien über die angeblich manipulierte Präsidentschaftswahl 2020, auch die queere Community hatte Kritik an Beiträgen und Verhalten der heute 43-Jährigen geübt. Disney bezeichnete Caranos Beiträge als "unannehmbar" und entzog ihr die Rolle der Cara Dune in der Serie, die im "Star Wars"- Universum angesiedelt it.
"Pronomen Beep/bop/boop"
Im September 2020 hatte die Schauspielerin auf den Wunsch von Fans, als Zeichen der Unterstützung der Trans-Community Pronomen in ihrem Profilkopf bei Twitter anzugeben, diese mit "Beep/bop/boop" angegeben. Auf Kritik, sie mache sich so über trans Personen lustig, reagierte sie einerseits mit etwas Einsicht und andererseits sehr offensiv ohne.
So gab sie in einem Tweet an, sie habe mit ihrem "Mandalorian"-Costar Pedro Pascal gesprochen, der seine Pronomen in dem Dienst angab, und nun ihre Verwendung verstanden. Sie werde keine Pronomen angeben – "aber es ist gut, wenn ihr sie nutzt. Ich bin gegen Mobbing, vor allem gegen die am meisten vulnerablen, und für die Wahlfreiheit."
Später schriebe sie dann, "nach drei Monaten Belästigungen" habe sie die drei "sehr kontroversen" Wörter genutzt – wobei sie die Fake-Pronomen wiederholte und Kritik daran als lächerlich darstellte. Sie habe nichts gegen trans Personen, aber gegen eine Repräsentation, die ein Missbrauch sei.
In einem weiteren Tweets schrieb sie, die Pronomen sollten nicht trans Personen lächerlich machen, sondern sie entlarvten "die Tyrannenmentalität des Mobs, der vielen ernsthaften Anliegen die Stimme entzogen hat". (cw/AFP)
Mehr queere Kultur:
» auf sissymag.de
22:50h, Das Erste:
Westerwelle
Doku über den polarisierenden FDP-Politiker, der als erster offen schwuler Vizekanzler Deutschlands Geschichte schrieb.
Doku, D 2026- 6 weitere TV-Tipps »
















