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"Das Kanu des Manitu"
Bully: Winnetouch ist "die emanzipierteste Figur von allen"
Michael "Bully" Herbig verteidigt die schwule Figur Winnetouch in einem neuen Interview – und verspricht "geile Gags".

Winnetouch soll auch in "Das Kanu des Manitu" für ein paar Schenkelklopfer sorgen (Bild: Constantin Film)
- 8. August 2025, 11:41h 3 Min.
Eine Woche vor dem Kinostart von "Das Kanu des Manitu" hat Schauspieler, Produzent, Drehbuchautor und Regisseur Michael "Bully" Herbig die von ihm gespielte Figur Winnetouch verteidigt. "Für uns war ganz klar, dass Winnetouch zum Team gehört. Es wäre ehrlich gesagt ein Verrat am ersten Teil gewesen, wenn wir sagen, der Winnetouch darf jetzt nicht mehr mitmachen", sagte er im Gespräch mit Streamer HandOfBlood (Max Knabe).
Der 57-Jährige erklärte weiter: "Für mich war der Winnetouch immer die charmanteste, die emanzipierteste Figur von allen, weil er sich damals vor 20 Jahren in dem Film um nichts geschissen hat." Winnetouch habe sich im neuen Film auch weiterentwickelt, wie die anderen Figuren auch. "Es wird schon die eine oder andere Überraschung geben, was der Winnetouch raushaut", versprach Herbig. Winnetouch ist im 2001 erschienenen Film "Der Schuh des Manitu" und nun der Fortsetzung der schwule Zwillingsbruder von der an Winnetou angelehnten Hauptfigur Abahachi, der ebenfalls von Herbig gespielt wird.
An der Darstellung haben sich in der queeren Community die Geister geschieden. So kritisierte Johannes Kram in seinem Buch "Ich hab ja nichts gegen Schwule, aber…" die Darstellung von "Winnetouch" in "Der Schuh des Manitu" mit den Worten: "Deutschland kann endlich über sich selber lachen, bildete es sich damals ein. Dabei lachte es vor allem über Homosexuelle, besser gesagt tuntige Schwule." Homophobie bleibe dabei Homophobie, "auch wenn sie lustig ist".
"Entspannt euch mal ein bisschen"
Herbig gestand im Interview mit HandOfBlood nun zu, "dass es selbst in der Gay-Community total geteilte Meinungen gibt": "Es gibt Leute, die finden das ganz furchtbar, weil man sozusagen Stereotype bedient. Aber gleichzeitig gibt es in der Gay-Community, die total darüber lachen und auch zu den anderen sagen: 'Entspannt euch mal ein bisschen.'"
Das neue Drehbuch habe er "gemeinsam mit Leuten aus der Gay-Community, die mir kritisch gegenüberstehen, besprochen." Es sei wichtig, sich mit Leuten auseinanderzusetzen, "die es betrifft, auch mit American Natives". Denn: "Je nachdem, aus welcher Bubble du das betrachtest, interpretierst du Dinge auch anders. Für mich waren diese Gespräche im Vorfeld superinspirierend." Dadurch seien auch "geile Gags" entstanden, "auf die ich gar nicht gekommen wär." Auch deshalb warte er sehr entspannt auf die Reaktionen, so Herbig weiter: "Ich glaube, dass der Film sehr viele Leute sehr überraschen wird."
"Du behauptest ja nicht, dass alle Schwulen so sind"
In dem Interview erklärte Herbig auch, dass er schon beim ersten Film, "viele queere Freunde" gehabt habe. "Du kannst nur parodieren, wenn du die Realität auch zum Teil bedienst. Du behauptest ja nicht, dass alle Schwulen so sind. Aber wir haben uns das ja abgeguckt. Also, ich hab das mir bei meinen schwulen Freunden abgeguckt", so der 57-Jährige.
Mit dem Film wolle er – wie sein ganzes Leben zuvor – "Unterhaltung für alle" machen – es gehe nicht darum, auf die "Woke-Bubble zu hauen" zu zielen oder den Film "politisch korrekt zu machen". Die Diskussionen im Stile von "Das darf man heute nicht mehr" hätten ihn und sein Produktionsteam "total inspiriert". Man habe deshalb gezielt nach Wegen gesucht, "wie man das alles aushebeln" könne.
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Originalton – Hänno LIVE – Hänno LIVE
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Mit seinem Originalfilm war Herbig sehr erfolgreich: "Der Schuh des Manitu" ist noch heute der meistbesuchte deutsche Film in diesem Jahrtausend (queer.de berichtete). "Das Kanu des Manitu" soll am 14. August in Deutschland, Österreich und der Schweiz in die Kinos kommen. In diesem Teil soll Winnetouch nicht mehr die Beautyfarm Puder-Rosa-Ranch betreiben, sondern die Tanz- und Fechtschule Rosa-Rumba-Ranch. (dk)
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