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England
Premier League beendet Regenbogen-Kampagne
Nachdem mehrere muslimische und christliche Fußball-Profis die Toleranzkampagne der größten Fußballliga der Welt torpediert hatten, wird sie nun eingestampft.

Marc Guéhi, der Kapitän von Crystal Palace, machte seine Ablehnung von queeren Menschen mit einer "Jesus"-Botschaft auf seiner Regenbogen-Kapitänsbinde deutlich (Bild: IMAGO / PA Images)
- 8. August 2025, 14:13h 2 Min.
Die englische Premier League hat laut "Daily Telegraph" (Bezahlartikel) angekündigt, die sogenannte "Rainbow Laces"-Kampagne zu beenden. Ziel der Kampagne der LGBTI-Organisation Stonewall war, zu bestimmten Zeiten durch Regenbogenschnürsenkel oder Regenbogen-Kapitänsbinden zu zeigen, dass der Fußballsport allen offen steht.
In der Premier League war die Kampagne zuletzt zu Beginn der Adventszeit durchgeführt worden. Stonewall und die Premiere League hatten die letzten acht Jahre zusammengearbeitet.
/ premierleague | Die Zeiten, in denen die Liga "stolz" auf ihr Regenbogen-Engagement war, sind offenbar vorbeiWere proud to support Stonewalls Rainbow Laces campaign
Premier League (@premierleague) December 7, 2023
Football is for everyone, which is why its so important to speak out against discrimination and in support of the LGBTQ+ community #RainbowLaces pic.twitter.com/BfU6aCeAcW
Die Premiere League will laut "Telegraph" zukünftig weiterhin eine Kampagne für LGBTI-Akzeptanz durchführen. Diese solle im Februar zum LGBTQ History Month starten. So sei nach Ansicht der Liga-Verantwortlichen laut dem Bericht die Fachkompetenz zu dem Thema in der Liga gestiegen. Unklar ist, ob die neue Kampagne so sichtbar sein wird wie die alte. Eines sei sicher: Regenbogen-Kapitänsbinden werde es in diesem Rahmen nicht mehr geben.
Protestaktionen von homophoben Spielern war offenbar erfolgreich
Zuletzt gab es immer mehr Protestaktionen gegen die Regenbogenkampagne: So weigerte sich Anfang Dezember Noussair Mazraoui von Manchester United, an der Aktion teilzunehmen. Sam Morsy von Ipswich Town, lehnte es ab, die Regenbogen-Kapitänsbinde zu tragen. Beide verwiesen dabei auf ihren muslimischen Glauben. Für ihre Weigerung erhielten die beiden Spieler keinerlei Sanktionen. Marc Guéhi, der Kapitän von Crystal Palace, trug die Binde vor gut einem halben Jahr zwar, schrieb aber mit einem Filzstift "Ich liebe Jesus" und "Jesus liebt dich" darüber. Dafür erhielt der überzeugte Christ von der Liga zwar eine Verwarnung, aber keine Strafe.
LGBTI-Rechte standen zuletzt in Großbritannien immer mehr unter Druck: Mitte April entschied der oberste Gerichtshof des Landes ein Urteil, wonach trans Frauen keine Frauen im Sinne des britischen Gleichbehandlungsgesetzes sind (queer.de berichtete). Das führte nicht nur dazu, dass trans Frauen aus dem Frauenfußball ausgeschlossen worden (queer.de berichtete). Auch die gegenwärtige Regierung der sozialdemokratischen Labour-Partei folgte der transphoben Atmosphäre und machte vermehrt gegen trans Menschen Stimmung (queer.de berichtete). Erst vor wenigen Tagen sorgte die Star-Autorin J.K. Rowling für Aufsehen, weil sie zum Boykott einer großen Kaufhauskette aufrief, weil diese trans Angestellte hat (queer.de berichtete).
Bereits 2021 hatte die öffentlich-rechtliche BBC die Zusammenarbeit mit Stonewall nach einem Streit um einen transphoben Artikel auf der sendereigenen Website eingestellt (queer.de berichtete). Dieser Schritt wurde von Mitarbeitenden und der Mediengewerkschaft scharf kritisiert. (dk)














