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American Football

Männliche Cheerleader bringen so manchen Rechten auf die Palme

Der queerfeindliche Kulturkampf in den USA richtet sich nun auch gegen eine Gruppe, die in den letzten Jahren kaum für Aufregung gesorgt hat: männliche Cheerleader.


Louie Conn (li.) und Blaize Shiek haben eine Kontroverse ausgelöst – weil sie das tun, was schon Ronald Reagan getan hat (Bild: X)

  • 13. August 2025, 16:47h 3 Min.

Die American-Football-Mannschaft Minnesota Vikings hat ihre ersten männlichen Cheerleader vorgestellt: Die Tänzer Blaize Shiek und Louie Conn sollen ihr Team in der nächsten Saison ins NFL-Finale führen. In sozialen Medien führte das – neben viel Lob – zu Kritik von Personen, die sich als konservativ bezeichnen. Männer gehörten nicht in diesen Job, weil sie darin "mädchenhaft" oder "schwuchtelig" wirkten, hieß es etwa. Einige besonders pikierte Fans drohten sogar damit, ihre Saison-Tickets zurückzugeben.

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Die Empörung wurde auch von queerfeindlichen Meinungsmachern wie Owen Shroyer angeheizt. Der Trump-Fan, der beim Putschversuch am 6. Januar 2021 mitwirkte und deshalb 2023 zu 60 Tagen Gefängnis verurteilt wurde, moderiert eine Sendung im rechtspopulistischen Verschwörungsportal "InfoWars". Er beklagte sich im Social-Media-Portal X, dass ein Mann vor Fans in der ersten Reihe "die Hüften kreisen lässt". Dabei teilte er ein Promo-Video der Vikings-Cheerleader*innen.

Viele machten sich über diesen Eintrag lustig. Eine Nutzerin schrieb etwa: "Ja, er versperrt dir die Sicht auf den stämmigen Mann in engen Sporthosen, der seine Hände zwischen die Beine des anderen Mannes in engen Sporthosen steckt. Wusstest du, dass sie nach den Spielen auch zusammen duschen? Aber dieser tanzende Typ! Das geht zu weit!"

/ gator_gum

Männliche Cheerleader sind übrigens in der NFL keine Seltenheit. Insgesamt hat ein Dutzend Teams derartige Tänzer engagiert. Die Los Angeles Rams waren das erste große Team, das 2018 einen Cheerleader einstellte. Die Baltimore Ravens, die 2000 und 2012 den Super Bowl gewannen und damit amerikanischer Meister wurden, haben dieses Jahr sogar 19 Cheerleader in ihren Reihen.

/ _MLFootball

2022 gab es mit Justine Lindsay auch die erste trans Cheerleaderin in der NFL. Sie arbeitet auch in diesem Jahr wieder für die Carolina Panthers, ein Team aus der Stadt Charlotte in North Carolina.

/ _MLFootball

Cheerleader müssen sich den selben rigorosen Auswahlprozess durchmachen wie die ihnen zahlenmäßig weit überlegenen Cheerleaderinnen, die diese in den USA als Mannschaftssport klassifizierte Aktivität betreiben. Männer werden dabei wegen ihres meist robusteren Körperbaus häufiger als "Bases" eingesetzt – also als diejenigen, die andere heben, werfen und auffangen.

Auch rechte US-Präsidenten waren Cheerleader

Übrigens handelt sich dabei nicht um eine parteipolitische Auseinandersetzung – zumindest in der Vergangenheit. Die nicht gerade als linke Träumer geltenden US-Präsidenten Ronald Reagan und George W. Bush waren etwa laut "FloCheer" in ihrer Universitätszeit Cheerleader. Bush war sogar ein Cheerleader während seines Abschlussjahres an der High School.

In der NFL ist Queerfeindlichkeit weit verbreitet. Letztes Jahr bezeichnete etwa Harrison Butker, der mit seinem Team Kansas City Chiefs die Meisterschaft gewonnen hatte, Homosexualität als "Todsünde" (queer.de berichtete).

Immerhin: Als erster aktiver NFL-Spieler outete sich 2021 Carl Nassib als schwul (queer.de berichtete). (dk)

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