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Cold Case

Von Callboy umgebracht? Bielefelder Polizei will 35 Jahre alten Raubmord aufklären

Mitten in der Nacht wird ein schwuler Mann vor 35 Jahren bei einem scheinbaren Sex-Date brutal erschlagen. Viele Menschen werden befragt – ohne Erfolg. Eine DNA-Spur soll jetzt die Wende in dem Fall bringen.


Erhard Büker ist im März 2020 erschlagen worden – rechts ist der Tatort zu sehen (Bild: Polizei Bielefeld)
  • 15. August 2025, 14:37h 2 Min.

35 Jahre nach einem Raubmord bei einem Sex-Date auf einem Spielplatz in Bielefeld hofft die Polizei auf einen Durchbruch in dem "Cold Case". Sie gehen davon aus, den Mörder des damals 52-jährigen Erhard Büker doch noch überführen zu können, teilten die Ermittler*­innen mit. Dazu soll es eine DNA-Reihenuntersuchung geben. Die Staatsanwaltschaft hat außerdem eine Belohnung in Höhe von 3.000 Euro für neue Hinweise ausgeschrieben.

Büker hatte am 21. März 1990 eine die damalige Kneipe "Sperlingsgasse" in Bahnhofsnähe besucht und diese am späten Abend allein verlassen. Kinder hätten seine Leiche am nächsten Tag auf einem Spielplatz gefunden, hieß es. Der Spielplatz im Ostmannturmviertel in der Bielefelder Innenstadt sei auch der Tatort, an dem Büker mit einem Backstein erschlagen wurde. Laut Obduktion starb er durch Schläge gegen den Kopf. Sein Portemonnaie raubte der Täter ebenfalls.  Darin sollen sich etwa 200 D-Mark (gut 100 Euro) und seine EC-Karte befunden haben.

Mehr als 100 Menschen befragt

Die Ermittlungsbehörden gehen davon aus, dass Büker "in Erwartung sexueller Handlungen" gemeinsam mit seinem späteren Mörder zu dem Spielplatz ging. Der 52-Jährige sei regelmäßig im Umfeld von Callboys in der Nähe des Bielefelder Bahnhofs unterwegs gewesen.

Nach dem Tod des 52-Jährigen wurden demnach mehr als 100 Menschen vernommen und mehrere Hinweise aus der Bevölkerung geprüft. 2003 sei erstmals nach DNA-Spuren gesucht worden. Dabei sei "eine fremde Anhaftung" an dem Leichnam entdeckt worden, "die damals aber noch wenig aussagekräftig und für eine maschinelle Recherche nicht geeignet war".

Motiv Homosexuellenfeindlichkeit?

2024 wurden die Zellspuren erneut nach aktuellen wissenschaftlichen Standards untersucht, das Ergebnis liegt jetzt vor. Zum Abgleich sollen nun die 100 bekannten Kontaktpersonen des Opfers eine Speichelprobe abgeben. Diese Reihenuntersuchung hat das Amtsgericht Bielefeld angeordnet.

Die Ermittlungsbehörden verfolgen verschiedene Theorien: Der Täter könnte aus dem "Milieu der männlichen Prostituierten" kommen – oder aber aus Feindlichkeit gegenüber Homosexuellen gehandelt haben.

Neben der Belohnung der Staatsanwaltschaft wurde von privater Seite eine Summe von 4.000 Euro für die entscheidenden Hinweise ausgeschrieben.

Hinweise können im Polizeipräsidium Bielefeld bei der "Ermittlungsgruppe Cold Cases" abgegeben werden (Tel. 0521/545-0). (dpa/cw)