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Eurovision Song Contest
ESC 2026 findet in Wien statt
Zum dritten Mal wird der Eurovision Song Contest in Wien stattfinden. Wie schon vor zehn Jahren dient die Stadthalle als Austragungsort.

Die Wiener Stadthalle wird schon wie vor zehn Jahren der Austragungsort des ESC (Bild: spaceman117 / wikipedia)
- 20. August 2025, 08:55h 3 Min.
Der Eurovision Song Contest 2026 findet in der österreichischen Bundeshauptstadt Wien statt. Das teilte ORF-Generaldirektor Roland Weißmann am Mittwochmorgen in der Radiosendung "Ö3-Wecker" mit.
Das Finale wird demnach am 16. Mai in der Wiener Stadthalle veranstaltet, die zwei Halbfinal-Shows am Dienstag und Donnerstag zuvor. Gegen einen ursprünglich angedachten Termin am 23. Mai hatte die ARD ein Veto eingelegt: An diesem Tag findet das DFB-Pokalfinale der Männer im Berliner Olympiastadion statt. Die Wiener Stadthalle ist das größte Veranstaltungszentrum Österreichs. Auch Innsbruck hatte sich um das europäische Musikfestival bemüht (queer.de berichtete).
"Nach eingehender Prüfung und auf Basis einer einstimmigen Jurybeurteilung ist der ORF zum Schluss gekommen, dass das Angebot von Wien nicht nur infrastrukturell und logistisch, sondern auch wirtschaftlich das attraktivste ist", erklärte Weißmann. Auch Innsbruck hätte ein überzeugendes Konzept vorgelegt.
Österreich hatte bereits zwei Mal den Eurovision Song Contest veranstaltet, beide Male in Wien. 1967 fand er nach dem Sieg von Udo Jürgens ("Merci Cherie") im Großer Festsaal der Wiener Hofburg statt, 2015 nach Conchita Wursts Triumph mit "Rise Like a Phoenix" diente bereits die Stadthalle als Austragungsort. Dieses Jahr siegte der queere Sänger JJ mit seinem Lied "Wasted Love".
In der Stadthalle fanden in den letzten Jahren nicht nur Konzerte internationaler Stars wie Madonna, U2, Beyoncé oder Lady Gaga statt, auch mehrere Sportevents wurden dort veranstaltet. Dazu gehörten mehrere Eishockey-Weltmeisterschaften, die Handball-Europameisterschaft oder Davis Cup-Tennisbewerbe.
Auch ein Event für das kleine Geldbörserl
Der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) zeigte sich stolz über den Sieg Wiens und erklärte, man habe "sehr viel Wert darauf gelegt, auch zahlreiche Song-Contest-Events im öffentlichen Raum anzubieten, die kostenfrei und ohne Konsumzwang besucht werden können". Derartige Kulturveranstaltungen sollten "unabhängig von der Größe ihres Geldbörserls" für alle erlebbar sein.
EBU-Song-Contest-Chef Martin Green lobte die Entscheidung: "Wiens Ruf als eine der musikalischsten Städte der Welt und seine Lage im Herzen Europas machen es zur perfekten Gastgeberstadt für den 70. Eurovision Song Contest."
Vielfalts-Ampeln als bleibende Erinnerung an Wiener ESC 2015
Der letzten Wiener ESC hat auch etwas Bleibendes hinterlassen: die Vielfalts-Ampel. Anlässlich des Musikfestivals und seiner vielen queeren Fans installierte die Stadt mehrere Ampeln mit gleichgeschlechtlichen und verschiedengeschlechtlichen Pärchen (queer.de berichtete). Das Beispiel machte Schule. Inzwischen gibt es die Ampelpärchen nicht nur in vielen deutschen Städten, sondern auch in Spanien, Großbritannien und sogar in Australien.
Für den deutschen Beitrag dürfte die Wiener Stadthalle kein gutes Omen sein: Beim letzten ESC in dem Veranstaltungsort 2015 holte Deutschland mit Ann Sophie mit dem Lied "Black Smoke" null Punkte und landete auf dem letzten Platz. (dk)














