https://queer.de/?54755
Weniger Sklaverei, mehr Erfolge
"Woke"-Kultur im Visier: Trump erhöht Druck auf Museen
Donald Trump hat bereits verfügt, dass trans Menschen aus der staatlichen Erinnerungskultur ausgeschlossen werden. Nun soll das gleiche mit Sklaverei passieren.

US-Präsident Donald Trump findet, dass man nicht so negativ über Sklaverei reden sollte (Bild: Gage Skidmore / flickr)
- 20. August 2025, 13:40h 2 Min.
US-Präsident Donald Trump will seinen Kurs gegen Museen in den Vereinigten Staaten verschärfen. In einem Posting auf seiner Plattform "Truth Social" griff der 79-Jährige die berühmte Smithsonian Institution an, die vor allem in der Hauptstadt Washington zahlreiche Museen betreibt.
"Die Smithsonian ist AUẞER KONTROLLE", schrieb er. Alles drehe sich nur darum, "wie schrecklich unser Land ist, wie schlimm die Sklaverei war und wie wenig die Unterdrückten erreicht haben – nichts über Erfolge, nichts über Strahlkraft, nichts über Zukunft".
Er habe sein Anwaltsteam angewiesen, die Museen zu überprüfen und "genau denselben Prozess zu starten, der bereits an Colleges und Universitäten durchgeführt wurde, wo enorme Fortschritte erzielt wurden". Damit spielte Trump auf das Vorgehen seiner Regierung an, Universitäten mit Kürzungen von Fördergeldern unter Druck zu setzen, um etwa Diversitätsprogramme zu stoppen.
Auch Erwähnung von trans Menschen ist verboten
Im Februar hatte die Trump-Regierung bereits die staatliche Stonewall-Gedenkseite gezwungen, trans Menschen nicht mehr zu erwähnen (queer.de berichtete). Dabei waren nachgewiesenermaßen trans Frauen an vorderster Front am Stonewall-Aufstand beteiligt gewesen.
/ GavinNewsom | Der demokratische Gouverneur von Kalifornien teilte den Trump-Tweet – und übte KritikTrumps GOP has already called slavery a workforce development program now he is trying to ERASE slavery from U.S. history. pic.twitter.com/zlKSFLWEiW
Gavin Newsom (@GavinNewsom) August 20, 2025
|
Einrichtungen in Washington, aber auch im ganzen Land, seien das letzte Überbleibsel der "Woke"-Kultur, schrieb Trump weiter in seinem "Truth"-Beitrag. Woke sei "broke", also pleite. Damit meinen er und die amerikanische Rechte angeblich übertrieben politisch korrektes und moralisierendes Verhalten, insbesondere in Bezug auf Minderheiten wie queere Menschen oder Schwarze, aber auch auf die Frauenrechtsbewegung.
Die Ankündigung wurde von Demokraten und auch in der Kulturszene scharf kritisiert. Der frühere US-Arbeitsminister Robert Reich, ein Universitätsprofessor in Berkeley, erklärte etwa auf X: "Autoritäre Herrscher wissen: Wenn sie uns davon überzeugen können, dass unser Land sich nie geirrt hat, können sie uns glauben machen, dass unser Herrscher immer recht hat." (dpa/cw)
/ RBReichTrump is attacking the Smithsonian museum, saying theres too much focus on "how bad slavery was."
Robert Reich (@RBReich) August 19, 2025
Authoritarians know that if they can convince us our country has never been wrong, they can make us believe our ruler is always right.
Be warned. pic.twitter.com/9Xm8GUvIBa














