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Medien

Kroymann: Das Privatfernsehen hat viel für queere Menschen getan

Zum Start der neuen Staffel ihrer Sketchshow hat die Grimme-Preisträgerin daran erinnert, wie vor allem Reality- und Castingformate Queeres in die Wohnzimmer brachten.


Maren Kroymann (Bild: 9EkieraM1 / wikipedia)

  • 22. August 2025, 08:12h 2 Min.

Privatsender wie RTL und ProSieben haben nach Ansicht von Maren Kroymann deutlich mehr für die Anerkennung queerer Menschen getan als die Öffentlich-Rechtlichen – besonders im Reality-TV. "Dieses von vielen verachtete Trash-Fernsehen hat lange den Vorteil gehabt, dass Themen aufgebracht wurden, die im 'seriösen' Fernsehen – bildungsbürgerlich, öffentlich-rechtlich – so nicht vorkamen", sagt die Schauspielerin, Satirikerin, Kabarettistin und Fernsehkomikerin im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Als Beispiel nennt sie etwa das Format "Die Bachelorette" mit reiner Frauenbesetzung. "So was haben ARD und ZDF lange nicht geliefert", ergänzte die 76-Jährige. "Aber dieses Publikum gibt es ja durchaus. Inzwischen ändert sich das, dafür sind wir mit 'Kroymann' ein Beispiel oder die spannende queere Serie 'Schwarze Früchte', die auch in der ARD-Mediathek lief."

Erste trans Person im Dschungelcamp erlebt

Die Berlinerin setzt sich seit vielen Jahren in der Öffentlichkeit für die Rechte von queeren Menschen ein. "Das erste Mal, dass ich im Fernsehen eine trans Person gehört habe, die über eine Stunde lang ihren wirklich schwierigen Lebensweg erzählte, war im RTL-Dschungelcamp", erinnerte sie sich. "Das ist jetzt wahrscheinlich fast 20 Jahre her. Da war Dirk Bach noch Moderator. Als homosexueller Aktivist hat er dafür gesorgt, dass da eine trans Person vorkam. Die konnte eine Stunde lang von ihrer Transition erzählen." Damit spielt sie wohl auf Lorielle London an, die 2009 als erste trans Person an "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus" teilnahm.

Kroymann ist sich mit Blick auf diese Episode sicher: "Das wäre damals bei den Öffentlich-Rechtlichen – erst recht nicht zu so einer guten Sendezeit – nicht vorgekommen. Da war einfach ein Mensch, der das erzählte." Das habe sie umgehauen.

"Oder auch die Tanz- oder Schönheitswettbewerbe im Privatfernsehen, die haben in den Jurys ganz früh homosexuell wirkende Männer eingesetzt, Jorge González zum Beispiel oder Bruce Darnell. Oder noch früher Hella von Sinnen mit 'Alles nichts oder?!'. Die Privaten haben in dieser Hinsicht eine Lücke besetzt, die die Öffentlich-Rechtlichen gelassen hatten."

Neue Staffel beginnt

Die siebte Staffel des Satire-Sketchformats "Kroymann" läuft ab diesem Freitag um 23.55 Uhr im Ersten und steht bereits in der ARD-Mediathek zur Verfügung. Vor rund einer Woche hatte Kroymann in einer Talkshow vor Rückschritten bei den Rechten queerer Personen gewarnt (queer.de berichtete). (dpa/cw)

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