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USA

Queer­feindlicher Aktivist James Dobson gestorben

Trump-Berater James Dobson machte jahrzehntelang Stimmung gegen queere Menschen. Er warf ihnen etwa vor, Kinder zu missbrauchen und für Massenschießereien verantwortlich zu sein.


James Dobson in einem Bild aus dem Jahr 2002 (Bild: IMAGO / Newscom World)
  • 22. August 2025, 12:55h 2 Min.

Der einflussreiche evangelikale US-Aktivist James Dobson stellte queere Menschen jahrzehntelang als moralisch minderwertig sowie als Gefahr für die Gesellschaft und das Wohlergehen von Kindern dar. Nun ist Dobson laut CNN im Alter von 89 Jahren am Donnerstag im Alter in seinem Haus in Colorado Springs gestorben. Über die Todesursache gibt es keine Angaben.

Der in Louisiana geborene Psychologe promovierte 1967 in Kinderentwicklung. Öffentlich bekannt wurde er durch 1970 erschienenes Buch "Dare to Discipline" (zu Deutsch etwa: "Wage es, zu erziehen"). Darin plädierte er für strikte, konservative Erziehungsmethoden, etwa die Prügelstrafe.

Berater für Reagan, Bush und Trump

1977 gründete er die Organisation Focus on the Family, die schnell zu einer der einflussreichsten Stimmen der evangelikalen Rechten in den USA wurde. Über Radio, Bücher und Publikationen erreichte er mit seinem Verband Millionen von Menschen. Als Hauptgegner identifizierte Dobson – neben Abtreibung – queere Menschen. Er war enger Berater vieler republikanischer Politiker, unter anderem Ronald Reagan, George W. Bush und Donald Trump. Über Jahre als er einflussreichster evangelikaler Lobbyist.

Dobson bezeichnete Homosexualität regelmäßig als "unnatürlich", "abnormal" und "Sünde". In seinen Büchern und Radiobeiträgen warnte er Eltern, dass Kinder durch "falsche Erziehung" oder "verwirrte Geschlechterrollen" homosexuell werden könnten. Er warnte auch davor, dass die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtlicher Paare "die Familie vernichten" und "die Gesellschaft ins Chaos stürzen" würde. Homosexuellen empfahl er, sich "heilen" zu lassen und heterosexuell zu werden.

Schwulen oder lesbischen Eltern warf Dobson wiederholt vor, im Gegensatz zu Heterosexuellen kein "stabiles Vorbild" für Kinder sein zu können. Zudem brachte er immer wieder Homosexualität mit sexuellen Kindesmissbrauch in Zusammenhang.

Dobson: Homosexuelle machen Gott sauer und verursachen Amokläufe

Dobson machte Homosexuelle für viele negative gesellschaftliche Entwicklungen verantwortlich. So So behauptete er mehrfach, dass Massenschießereien in den USA eine Folge der Akzeptanz queerer Menschen seien. Der Grund: Schwule und Lesben würden erstens die Familie "vernichten" und zweitens den christlichen Gott erzürnen. 2012 sagte er etwa, dass eine Schießerei an der Sandy-Hook-Grundschule in Connecticut eine göttliche Strafe seien, weil Homosexuelle heiraten dürften. Beim dem Amoklauf starben 28 Menschen, darunter 20 Kinder. Im linksliberalen Bundesstaat durften gleichgeschlechtliche Paare seit 2008 heiraten. (dk)

Direktlink | James Dobson war 2016 sehr traurig, als der Oberste Gerichtshof der USA die Ehe öffnete
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