https://queer.de/?54795
Best-Of-Album
Myrath: Zwischen Wüstenwind und Doublebass
Die tunesische Progressive-Metal-Band Myrath hat das Best-Of-Album "Reflections" veröffentlicht.

Myrath zählt inzwischen zu den innovativsten Kräften innerhalb der Metal-Szene (Bild: Leo Margarit)
- 24. August 2025, 08:27h 2 Min.
Es ist selten, dass eine Metal-Band es schafft, nicht nur musikalisch, sondern auch kulturell Brücken zu schlagen. Myrath, die aus Tunesien stammende Formation, gehört zu jenen Ausnahmen, die das Genre um eine unverkennbare Facette bereichern. Mit "Reflections" erscheint nun ein Best-of-Album, das nicht nur musikalisch Rückschau hält, sondern gleichzeitig unterstreicht, warum Myrath inzwischen zu den innovativsten Kräften innerhalb der Metal-Szene zählen.
"Reflections" vereint Höhepunkte aus sechs Studioalben, darunter Songs aus "Legacy", "Tales of the Sands", "Shehili" und "Karma". Titel wie "Dance", "Get Your Freedom Back", "Merciless Times" oder "Believer" markieren zentrale Stationen in der Entwicklung der Band und dokumentieren eindrucksvoll ihre Handschrift: eine kunstvolle Fusion aus Progressive Metal und orientalischem Sound, durchzogen von cineastischen Arrangements und tiefgründigen Narrativen.
Räume für Identitäten, die jenseits normativer Narrative liegen

"Reflections" ist als CD, LP und digital erschienen
Ein besonderes Augenmerk gilt der bislang unveröffentlichten Live-Version von "Madness (Live in Carthage)". Der Mitschnitt bringt nicht nur die rohe Energie der Band auf die Bühne, sondern transportiert auch die Atmosphäre eines Ortes, der wie kein zweiter für Geschichte und Mythos steht – und damit perfekt zur Ästhetik Myraths passt.
Der Track "Believer", bereits jetzt ein Fan-Favorit, nimmt eine zentrale Rolle auf dem Album ein. Mit seiner Botschaft von Selbstermächtigung und Selbstvertrauen avancierte er zur inoffiziellen Hymne der Band. In der neuen Veröffentlichung erscheint er zudem in einer bisher unveröffentlichten Karaoke-Version – eine subtile Einladung zur Identifikation und zum Mitsingen, ohne sich anbiedernd an ein Mainstream-Publikum zu richten.
Was Myrath auszeichnet, ist nicht bloß musikalische Virtuosität, sondern ein Gesamtbild, das über Klang hinausgeht. In einer Szene, die oft von Gleichförmigkeit geprägt ist, öffnet die Band Räume für Identitäten, die jenseits normativer Narrative liegen. Ihre Geschichten sind oft metaphorisch, aber nie beliebig – und bieten gerade marginalisierten Perspektiven Platz zur Resonanz.
|
"Reflections" (Amazon-Affiliate-Link ) ist keine simple Werkschau, sondern ein bewusst gesetzter Meilenstein. Eine Erinnerung daran, wie sich Genre-Grenzen verschieben lassen, ohne die Integrität der Musik zu verlieren. Und ein Beweis dafür, dass auch in einem von Härte geprägten Genre Platz für Schönheit, Vielfalt und Vision bleibt. (dd/pm)
Links zum Thema:
» Mehr Infos zum Album und Bestellmöglichkeit bei amazon.de
Informationen zu Amazon-Affiliate-Links:
Dieser Artikel enthält Links zu amazon. Mit diesen sogenannten Affiliate-Links kannst du queer.de unterstützen: Kommt über einen Klick auf den Link ein Einkauf zustande, erhalten wir eine Provision. Der Kaufpreis erhöht sich dadurch nicht.













