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Pew Research Center

US-Umfrage: Queere Menschen viel weniger religiös als Gesamtbevölkerung

Queere Menschen sind weit weniger begeistert von organisierter Religion. Bei der Frage nach Spiritualität sind die Unterschiede zu nicht-queeren Personen aber kleiner.


Gottesdienste und Co. sind in der queeren Community weniger wichtig (Bild: IMAGO / Funke Foto Services)
  • 25. August 2025, 15:43h 2 Min.

Das Ergebnis dürfte angesichts der teils extremen Queerfeindlichkeit in den Weltreligionen kaum eine Überraschung sein: Lesbische, schwule, bisexuelle und trans Menschen in den USA sind weit weniger religiös als der Rest der Bevölkerung. Das ist das Ergebnis einer am Freitag veröffentlichten Umfrage des renommierten Washingtoner Meinungsforschungsinstituts Pew Research Center.

Demnach fühlen sich 48 Prozent der LGBT-Bevölkerung einer Religion zugehörig. Beim Rest der Gesellschaft liegt der Anteil bei 73 Prozent. Weniger als ein Viertel (23 Prozent) der queeren Menschen geben an, täglich zu beten – bei den anderen liegt der Anteil doppelt so hoch. Und nur 17 Prozent der sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten erklären, dass Religion ein sehr wichtiger Teil ihres Lebens sei – bei der Restbevölkerung sind es 42 Prozent.

Besonders groß ist der Unterschied bei Gottesdienstbesuchen: Hier geben nur acht Prozent der queeren Menschen an, mindestens ein Mal pro Woche wegen Gebetsversammlungen in eine Kirche, Synagoge, Moschee oder einen Tempel zu gehen. Bei der Nicht-LGBT-Bevölkerung liegt der Anteil drei Mal so hoch (24 Prozent). Rund drei Viertel der queeren Menschen besuchen nie einen Gottesdienst – bei Heterosexuellen und cisgeschlechtlichen Menschen sind es nur knapp über die Hälfte.

Queere Menschen haben weniger Probleme mit Spiritualität

Zwar haben queere Menschen laut der Umfrage ein vergleichsweise distanzierteres Verhältnis zu organisierter Religion – bei der Frage nach Spiritualität ist der Unterschied allerdings viel kleiner. So geben 28 Prozent der LGBT-Bevölkerung an, "sehr spirituell" zu sein – bei der Restbevölkerung sind es mit 32 Prozent nur ein wenig mehr. Manche spirituelle Aktivitäten sind sogar populärer unter queeren Menschen – etwa eine Sehenswürdigkeit in der Natur aus spirituellen Gründen zu besuchen (16 gegenüber 14 Prozent) oder Yoga aus spirituellen Gründen zu betrieben (zehn gegenüber sechs Prozent).

Queere Menschen sehen Religion auch viel öfter kritisch: So erklären 46 Prozent der LGBT-Bevölkerung, bei Religionen überwögen die negativen Aspekte gegenüber den positiven. In der Restbevölkerung sind es nur 17 Prozent.

Laut dem Pew Research Center seien die Unterschiede teilweise auch dadurch zu erklären, dass sich mehr junge Menschen als queer identifizieren – und junge Menschen Religion insgesamt kritischer gegenüberstünden. Allerdings seien LGBT auch signifikant religionskritischer, wenn Faktoren wie Alter – aber auch Einkommen oder ethnische Zugehörigkeit – herausgerechnet werden. (dk)

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