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Auftritt in queerfeindlicher Gemeinde in Bremen
Peter Hahne: "Hakenkreuz-Religion" und "Regenbogen-Religion" für Kirche gefährlich
Eine evangelische Kirche in Deutschland im Jahr 2025: Ein früherer ZDF-Journalist hält eine Predigt – und stellt queere Menschen mit Nazis gleich.

Bis 2017 arbeitete Peter Hahne für das ZDF (Bild: obs /ZDF / Jürgen Detmers)
- 25. August 2025, 18:42h 3 Min.
Der frühere ZDF-Moderator Peter Hahne hat am Sonntag in einer Predigt in der queerfeindlichen St.-Martini-Gemeinde in Bremen den Nationalsozialismus ("Hakenkreuz-Religion") und queere Menschen ("Regenbogen-Religion") gleichgestellt.
Wörtlich zitierte der 72-Jährige zunächst ein altes evangelischen Kirchenlied, das die Frage enthält: "Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruh'n?". Dann erklärte er: "Die ganze Kirchengeschichte ist voll davon. Ob das die jüngere Hakenkreuz-Religion war oder die moderne Regenbogen-Religion. Wenn ich weggehe vom Kern des Evangeliums, bricht alles in sich zusammen."
Hahne rief in der auch auf Youtube veröffentlichten Rede dazu auf, "Jesusliebe" und "Bibeltreue" zu zeigen – auch wenn dies dazu führe, dass Christinnen und Christen Ablehnung erfahren würden ("Die Welt wird euch hassen"). Christliche Menschen sollten "allein die Schrift, allein das Wort Gottes, sonst nichts" vertreten. "Immer wenn davon abgewichen wurde, drohte der Abstieg", so Hahne in einer Fußball-Analogie. Bei seinem Auftritt kritisierte der frühere Journalist auch "gendergerechte Zeitgeistideologie" oder "charismatische Privatoffenbarungen", also offenbar Coming-outs.
Pastor bezeichnete Homosexualität als "todeswürdig"
Die evangelische Gemeinde um den Pastor Olaf Latzel ist für ihre Queerfeindlichkeit berüchtigt. Vor einigen Jahren erreichte die Gemeinde bundesweit Aufmerksamkeit, als Latzel in einem auf Youtube veröffentlichten Eheseminar Latzels unter anderem CSD-Besucher*innen als "Verbrecher" und "gelebte Homosexualität" als "todeswürdig" bezeichnet hatte (queer.de berichtete). Dies führte zu einer Anklage wegen Volksverhetzung: Nach Verhandlungen in mehreren Instanzen stellte das Landgericht Bremen den Prozess im Sommer 2024 gegen eine Geldauflage an den Bremer Verein Rat&Tat-Zentrum für queeres Leben ein (queer.de berichtete). Latzel bekräftigte auch danach, dass Homosexualität "gegen den Willen Gottes gerichtet" sei.
Die Bremische Evangelische Kirche (BEK) kürzte Latzel im Mai diesen Jahres wegen der Äußerungen das Gehalt um fünf Prozent, weil er Fehlverhalten begangen habe, duldet ihn aber weiter in ihren Reihen (queer.de berichtete). Hahne machte sich in seiner Predigt jetzt über diese Kürzung der Kirchenführung lustig – und sprach ihr ab, christlich zu sein. Wörtlich sagte der Ex-Journalist: "Sie können die Kirchen beschmieren, sie können die Gehälter kürzen, sie können demonstrieren, intrigieren, desavouieren [verleugnen]", so Hahne, der mit rhythmischem Klatschen fortfuhr: "Sie haben es nicht." Mit "es" meinte er den "echten" Glauben an Gott.

Peter Hahne (li.) wurde von Pastor Olaf Latzel vorgestellt (Bild: Youtube)
Allein auf Youtube wurde die live gestreamte Predigt bereits mehr als 24.000 Mal angesehen.
Peter Hahne war jahrzehntelang Journalist, erst für den Saarländischen Rundfunk, seit Ende der Achtzigerjahre für das ZDF. Er moderierte unter anderem die Hauptnachrichtensendung "Heute". 2017 ging er in den Ruhestand.
Außerdem engagierte er sich über viele Jahre in der Kirche. So war er von 1992 bis 2009 Mitglied des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, also dem EKD-Leitungsgremium. Zuletzt verbreitete er seine Meinung hauptsächlich in Rechtsaußen-Medien, etwa bei "Nius" oder der rechtsextremen Zeitung "Junge Freiheit". (dk)
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