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- 29. August 2006 2 Min.
Das Hilton-Luder hat sein erstes Album veröffentlicht, schlicht "Paris" betitelt. Gibt es darauf stimmliche Offenbarungen?
Von Jan Gebauer
So ist das mit den reichen Erbinnen: Paris Hilton saß wahrscheinlich aufm Klo und seilte gerade wer weiß was ab, als ihr in den Sinn kam: "Och so ein Plättchen besingen wäre doch auch noch was – zwischen Laufstegstolpern, Pornodreh und dem Zählen der Dollarscheinchen, die tagtäglich auf mein Konto flattern." Vielleicht hat sie auch bei Stephanie von Monaco angerufen und nachgefragt, wie die das seinerzeit mit dem Singen hinbekommen hat, obwohl Gott nicht viel stimmliches Können in die Wiege gelegt hatte. Sei es drum, die monegassische Prinzessin hatte mit "Irresistble" 1986 einen Superhit, Frau Hilton säuselt sich knapp 20 Jahre später mit "Stars are Blind" ebenfalls auf die vorderen Plätze der Charts. Zehn Songs dazu und "Paris" – das Album – steht fertig in den Regalen der Plattengeschäfte. Das blonde Luder reibt sich die Hände, denn insgeheim denkt sie sich wahrscheinlich "Listeners are Deaf". Aber wozu hat man ein pralles Konto, von dem man die aufwendige Technik bezahlen kann, die zwar nicht ein Stimmvolumen à la Callas herbeizaubern, aber irgendwie alles etwas "gerader" biegen.
Überhaupt scheint die Hilton exzellente Berater zu haben, denn die haben ihr gleich ein paar der angesagtesten Songwriter und Produzenten, die man für harte Dollar bekommen kann, besorgt. Die haben die Regler ordentlich nach oben geschoben, am Stimmchen gefeilt und letztendlich in aufopferungsvoller Kleinstarbeit wenigstens etwas Singsang gezaubert. Was Dieter Bohlen mit C. C. Catch gelang, haben die Amis doch im Schlaf drauf. Keine Frage, Liedchen wie "Turn it Up", "Over Me", "Jealousy" oder "Heartbeat" sind nicht die nächste Pop-Offenbarung, sondern Bubblegum mit reichlich Zucker und einem ganz fiesen Ichwillnichthinhören-mussabermitpfeifen-Effekt.
Ein näherer Blick ins Booklet macht deutlich, wer u. a. am Werk gehobelt hat: Scott Storch (Christina Aguilera, Beyonce, Justin Timberlake), Ralph McCarthy (Céline Dion, Belinda Carlisle, Rita Coolidge) oder Billy Steinberg (Cher, Bette Midler, Cyndi Lauper) sind Vollprofis, die wissen, wie man einen Hit kredenzt. Auch Hip-Hop-Crack Jadakiss, der mit JLo auf deren Superhit "Jenny From the Block" rappte, konnte für "Paris" verpflichtet werden. Da wird schnell klar: Mit dem richtigen Bankkonto kann jeder Musik machen. Mit Herz und Seele hat das wenig zu tun. Wer allerdings die ultimative Platte zum Abschalten (nein, nicht der Anlage) sucht, hat vielleicht mit "Paris" die richtige Wahl getroffen. Gehirn raus, Trashlaune rein – ab geht die Luder-Pop-Party! Und notfalls kann man die Musik noch beim Poppen laufen lassen, dafür langt hemmungsloses Gesäusel doch immer!
29. August 2006
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