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Umfrage
Taylor Swift verlobt: Ist das eigentlich noch zeitgemäß?
Die Deutschen glauben laut einer Umfrage noch an das Konzept der Verlobung – das öffentliche Zurschaustellen des Ja-Worts wird aber mehrheitlich abgelehnt.
- 29. August 2025, 11:39h 4 Min.
Sie haben es getan: Taylor Swift und Travis Kelce haben sich verlobt und zelebrieren dies mit romantisch-kitschigen Kuss-Fotos für Millionen Menschen online (queer.de berichtete). Aber ist die Verlobung eigentlich noch zeitgemäß? Ja, sagen zumindest 63 Prozent der Befragten einer repräsentativen YouGov-Umfrage. Hingegen nicht für zeitgemäß bewerten 21 Prozent Verlobungen. 17 Prozent machten keine Angaben oder hatten dazu keine Meinung.
Einen großen Meinungsunterschied zwischen Frauen und Männern gibt es der Frage übrigens nicht. Auffällig ist aber, dass Jüngere Verlobungen noch eher befürworten: In der Altersgruppe von 18 bis 24 Jahren halten 73 Prozent diese für zeitgemäß, während die Werte mit ansteigendem Alter abnehmen. Bei den über 55-Jährigen sind nur noch 58 Prozent dieser Meinung.
Aber wennschon, dennschon: 55 Prozent aller Befragten halten einen Ring für ein notwendiges Symbol einer Verlobung. Für 36 Prozent gehört das Schmuckstück nicht unbedingt dazu.
Diese Stars haben es zuletzt öffentlich getan
Das Versprechen des Superstars Taylor Swift und des US-Footballspielers Travis Kelce, die Ehe einzugehen, hat ihre Fans elektrisiert und lässt große Teile des Internets mitfiebern. Das überrascht kaum, die Entwicklung der Beziehung hat zumindest in Teilen ja auch medial stattgefunden. So gab Kelce im eigenen Podcast den Wunsch preis, Swift seine Handynummer geben zu wollen, und die Musikerin zeigte sich schon bald öffentlichkeitswirksam bei den Spielen des NFL-Footballers.
Und auch so manch andere Stars haben schon mal ihr Ja-Wort öffentlich zelebriert, darunter auch queere Promis – teilweise wohl mit Hintergedanken: Der tief gefallene Schauspieler Jussie Smollett verlobte sich etwa öffentlichkeitswirksam im Juli – wohl auch um sein Image aufzubessern und für seine Doku zu werben. Und dann ist da noch der notorische Tiger King: Joe Exotic teilte letzten Herbst mit, dass er sich hinter Gittern mit seinem Mitinsassen Jorge Marquez verlobt habe. Die beiden heirateten schließlich im April diesen Jahres – das ist bereits die dritte Ehe des Tigerkönigs. Freilich nutzte er seine neue Beziehung, um bei Präsident Donald Trump wieder um seine Begnadigung zu betteln.
Und doch ist diese Art der öffentlichen Verlobungsverkündung nicht nur etwas für Superstars, sondern durch und durch gelebte US-Kultur: Inszenierte bis echte Kniefall-Fotos und ein Posting in den sozialen Netzwerken von dem Antrag einer Hand mit schönem Ring am Finger gehören für viele zum Prozess. In Deutschland ist die Meinung dazu aber geteilt.
52 Prozent lehnen Social-Media-Verlobung ab
Befragt, ob sie das öffentliche Mitteilen von Verlobungen auf Social-Media-Kanälen befürworten, gaben nur 5 Prozent der Befragten der YouGov-Umfrage in Deutschland an, dies "voll und ganz" zu tun. 15 Prozent sind "eher" dafür. Dafür gaben zusammengerechnet 51 Prozent der Befragten an, diese Art der Verkündung "voll und ganz" oder "eher" abzulehnen. Weitere 29 Prozent haben keine Meinung oder machen keine Angabe.
Hierzulande gilt übrigens als verlobt, wer ein Eheversprechen gibt – egal in welcher Form. Dabei muss weder gesprochen noch ein Verlobungsring an den Finger gesteckt werden. Eine Verpflichtung, auch wirklich zu heiraten, gibt es laut Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) nicht. Trennt ein verlobtes Paar sich jedoch, kann in einigen Fällen laut Gesetz Schadenersatz geltend gemacht werden. Grund dafür sind Vorbereitungen auf das geplante Eheleben etwa durch Ausgaben für Immobilien oder auch Jobwechsel und Umzüge.
Gleichgeschlechtliche Verlobung seit 2005 möglich
Eine Verlobung ist für gleichgeschlechtliche Paare in Deutschland seit 20 Jahren möglich. Zunächst war sie nicht Teil des Lebenspartnerschaftsgesetzes aus dem Jahr 2001, wurde dann aber im Gesetz zur Überarbeitung des Lebenspartnerschaftsrechts verankert – übrigens gegen die Stimmen von CDU und CSU, die Homosexuellen Verlobungen offenbar nicht gönnen wollten. Das Gesetz trat am 1. Januar 2005 in Kraft. Seit dem Inkrafttreten der Ehe für alle am 1. Oktober 2017 gelten auch bei der Verlobung keine Sonderregelungen für gleichgeschlechtliche Paare mehr.
Auf Basis der "YouGov Frage des Tages" wurden 4.194 Personen in Deutschland ab 18 Jahren am 28. August 2025 befragt. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren. (dpa/cw)















