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Queer Cinema
Den Sternen ganz nah
Heute startet das Queerfilmfestival in elf Städten gleichzeitig – und fast überall schauen Filmschaffende persönlich vorbei, um mit dem Publikum über queeres Kino zu reden. Und gemeinsam die Communities zu feiern.

Die Regisseure Marcio Reolon und Filipe Matzembacher bringen ihren wilden Thriller "Night Stage" persönlich nach Potsdam (5.9.), Berlin (6.9.) und ins Frankfurter Cinéma (7.9.) (Bild: Rafael Barion)
- 4. September 2025, 09:41h 4 Min.
Das Schönste am Kino ist das Beisammensein. In der Dunkelheit des Kinosaals, wenn der Film beginnt und das Herz ein bisschen höherschlägt, oder im Gespräch danach an der Kinobar. Dafür bietet das siebte Queerfilmfestival ab heute Gelegenheiten satt: in 11 Städten, 16 Kinos, mit 18 Filmen und unzähligen Gelegenheiten als Community zusammenzukommen.
Eine Woche lang werden Kinos in ganz Deutschland und in Wien damit zum Treffpunkt, um gemeinsam einander und queere, widerständige, manchmal witzige, manchmal melancholische, und immer bewegende Filme zu feiern. Für alle Beteiligten ein besonderes Erlebnis, wie zum Beispiel Ronald Graeber betont, der als Theaterleiter des Berliner delphi LUX stolz darauf ist, das Festival schon zum siebten Mal in seinen Kinosälen auszurichten.
Besonders der Austausch zwischen Filmschaffenden und Publikum, den das Festival immer wieder ermöglicht, ist ihm dabei wichtig: "Das Kino ist mehr als ein Ort, an dem man Filme schaut – es ist ein Raum für ein gemeinsames Erleben", sagt er. "Und wenn Filmschaffende dem Publikum ihre Werke selbst vorstellen, machen sie ihre Filme in besonderer Weise greifbar und bieten einen einzigartigen Blick hinter die Kulissen." Gleichzeitig hätten auch die Künstler*innen selbst etwas davon, sagt Graeber: "Sie bekommen direktes Feedback und erleben die Reaktionen des Publikums hautnah – das macht den Kinosaal zu einem lebendigen Ort des Austauschs und der Verbundenheit."
Filmschaffende an den verschiedensten Orten
Und beim Queerfilmfestival kommen wegen der dezentralen Struktur so einige Filmschaffende an den verschiedensten Orten mit den Zuschauer*innen in Kontakt. So besucht "Mauern aus Sand"-Regisseurin Čejen Černić Čanak aus Kroatien die Vorstellung im Wiener Votivkino am 6. September. Das "Ninja Motherf*cking Destruction"-Team mit Regisseurin Lotta Schwerk und Schauspielerin Emma Suthe, kommt am 5.9. in die Leipziger Kinobar Prager Frühling und am 9.9. ins Thalia Kino Potsdam. Am 10.9. teilen sie sich auf: Suthe reist zur Abschlussveranstaltung ins Stuttgarter Delphi und Schwerk steht im Berliner delphi LUX für Fragen bereit.
Regisseur Lukas Röder und sein Hauptdarsteller Til Schindler stellen ihren Film "Scham" am 5.9. gemeinsam in Wien vor, wo am Folgetag auch eine Lesung aus Röders neuem Buch "Wenn die Angst nicht mehr auszuhalten ist, komme ich zu mir" stattfindet. Danach geht es für den Regisseur erst nach Nürnberg ins Casablanca Kino (7.9.) und dann weiter nach Berlin (9.9.), wo auch Schindler und Schauspielerin Heike Hanold-Lynch dazu stoßen. Am 10.9. sind alle gemeinsam noch in Potsdam.
Vier Gäste aus Brasilien
Gleich vier illustre Gäste sind aus Brasilien angereist: Die Regisseure Marcio Reolon und Filipe Matzembacher bringen ihren wilden Thriller "Night Stage" persönlich nach Potsdam (5.9.), Berlin (6.9.) und ins Frankfurter Cinéma (7.9.); das Darsteller-Duo Caio Macedo und Alejandro Claveaux aus dem nicht minder heißen Psychodrama "Alles was brennt" kommt ins Düsseldorfer Bambi Kino (5.9.), nach Frankfurt (6.9.) und nach Berlin (10.9.).
Gleich zwei Filme hintereinander stellen der israelische Produzent Gil Sima und der deutsche Filmemacher Jürgen Brüning am 7.9. gemeinsam in Berlin vor: Dort läuft erst der von Sima produzierte Dokumentarfilm "Taboo" über den Regisseur Amos Guttman, der als erklärter Gegner des konservativen israelischen Establishments einst die ersten queeren Filme ins Land brachte. Im Anschluss läuft Guttmans letzter Film "Amazing Grace" aus dem Jahr 1992, ein poetisches Meisterwerk, das sich als erster Film überhaupt mit den Auswirkungen von HIV und Aids auf die israelische Gesellschaft beschäftigte. Nur ein Jahr später starb Guttman selbst an den Folgen der Krankheit.
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Auf die ganz große Tour geht übrigens "Janine zieht aufs Land"-Macher*in Jan Eilhardt – mit Stationen im Berliner delphi LUX (5.9), im Dresdener Zentralkino (6.9.), in Wien (7.9.), Düsseldorf (9.9.) und schließlich in Köln (10.9.). Die Wiener Votivkino-Betreiberin Avia Seeliger freut sich schon drauf: "Es fühlt sich toll an, dass wir beim Queerfilmfestival diesmal so viele Filmschaffende wie noch nie als Gäste begrüßen und das Kino mit so einem tollen und vielseitigen Programm bespielen können." Gerade angesichts des globalen Rechtsrucks seien Veranstaltungen wie diese für die Community besonders wichtig.
Welcher Film wann und wo mit welchen Gästen läuft, erfahrt ihr am besten auf der auf der Festivalseite. Dort gibt es auch die Ticket-Links zu den teilnehmenden Kinos. (mb)
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