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"Diskriminierender Äußerungen" missbilligt
Bremen: Evangelische Kirche distanziert sich von queerfeindlicher Hahne-Predigt
Die Kirchenführung in Bremen distanziert sich von einer queerfeindlichen Predigt des früheren ZDF-Moderators Peter Hahne in der berüchtigten St.-Martini-Gemeinde. Konsequenzen für die Gemeinde wird es aber offenbar nicht geben.

Die Kirchenleitung kritisiert eine Predigt von Promi Peter Hahne, scheut sich aber vor Konsequenzen (Bild: IMAGO / STAR-MEDIA)
- 4. September 2025, 14:37h 2 Min.
Der Kirchenausschuss der Bremisch Evangelischen Kirche (BEK) hat sich am Mittwoch in einer Stellungnahme von einer Predigt des früheren ZDF-Moderators Peter Hahne "ausdrücklich distanziert" – allerdings ohne dessen Namen zu nennen. Die Redebeiträge in der Gemeinde St. Martini Bremen am 23. August "widersprechen den verfassungsmäßigen Grundsätzen der Bremischen Evangelischen Kirche", schrieb die BEK-Geschäftsführung.
Hahne hatte in seiner Predigt unter anderem den Nationalsozialismus ("Hakenkreuz-Religion") und queere Menschen ("Regenbogen-Religion") gleichgestellt (queer.de berichtete). Zudem sprach er den Verantwortlichen in der Bremisch Evangelischen Kirche ab, echte Christinnen und Christen zu sein.
BEK: Gemeinden sind für ihre Veranstaltungen selbst verantwortlich
In der BEK-Erklärung heißt es weiter, dass die Gemeinden "über eine weitreichende Selbstständigkeit" verfügten und für Veranstaltungen und Veröffentlichen selbst verantwortlich zu sein. Des weiteren wurde klargestellt: "Der Kirchenausschuss der Bremischen Evangelischen Kirche missbilligt aufs Schärfste jede Form diskriminierender Äußerungen sowie die Verbreitung gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit."
Die Bremische Evangelische Kirche stehe vielmehr "für ein respektvolles Miteinander in Vielfalt und für die Gleichstellung aller Menschen". Sie lehne "jede Form von Diskriminierung entschieden ab und setzt sich für eine gleichberechtigte Teilhabe am kirchlichen wie gesellschaftlichen Leben ein". Sanktionen gegen die diskriminierenden Äußerungen kündigte die Kirchenführung aber nicht an.
Die evangelikale St.-Martini-Gemeinde um den umstrittenen Pastor Olaf Latzel ist für ihre Queerfeindlichkeit berüchtigt. Vor einigen Jahren erreichte die Gemeinde bundesweit Aufmerksamkeit, als Latzel in einem auf Youtube veröffentlichten Eheseminar Latzels unter anderem CSD-Besucher*innen als "Verbrecher" und "gelebte Homosexualität" als "todeswürdig" bezeichnet hatte (queer.de berichtete). Dies führte zu einer Anklage wegen Volksverhetzung: Nach Verhandlungen in mehreren Instanzen stellte das Landgericht Bremen den Prozess im Sommer 2024 gegen eine Geldauflage an den Bremer Verein Rat&Tat-Zentrum für queeres Leben ein (queer.de berichtete). Als Reaktion kürzte die BEK Latzel sein Gehalt – um ganze fünf Prozent (queer.de berichtete).
Die gesamte Predigt von Hahne ist weiterhin auf der Youtube-Seite der St.-Martini-Gemeinde zu sehen. Das Video wurde insgesamt bereits mehr als 35.000 Mal gestreamt. (dk)














