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Queerfilmfestival
Queere Rakete
Kassenhits, Arthausperlen, glückliche Gäste: Das Queerfilmfestival zieht eine erfolgreiche Zwischenbilanz. Besonders eine lesbische Weltraumprinzessin begeistert das Publikum – und ist am Mittwoch, dem Abschlusstag, in zwei Städten noch zu sehen.

Szene dem australischen Animationsabenteuer "Lesbian Space Princess" (Bild: Salzgeber)
- 9. September 2025, 05:17h 3 Min.
Eine introvertierte Königinnen-Tochter vom gut versteckten Planeten Clitopolis entwickelt sich zur queeren Kino-Ikone: Seit 4. September läuft das Queerfilmfestival in zehn deutschen Städten und in Wien – und hat mit dem australischen Animationsabenteuer "Lesbian Space Princess" von Leela Varghese und Emma Hough Hobbs schon seinen großen Publikums-Liebling gefunden. In den meisten Festivalstädten lief der Film am Eröffnungsabend, randvolle Säle in Köln, Wien, Halle oder Nürnberg, in Berlin war auch die Zusatzvorstellung ausverkauft.
"Diese Feedback-Sessions waren unglaublich"
Auch Filme wie Mathias Broes "Sauna", eine Liebesgeschichte um einen jungen Transmann, oder das sinnliche Coming-of-Age-Drama "Enzo" von Laurent Cantet und Robin Campillo sorgten für Andrang an multiplen Orten. Viel Applaus gab es etwa bei der Freitagnachtvorstellung im Berliner Kino delphi LUX für Jun Lis poetische Sex-Abenteuereise "Queerpanorama"; das Düsseldorfer Bambi meldete für denselben Abend volles Haus für den feurigen Liebesthriller "Alles was brennt" aus Brasilien.
Dort waren auch die beiden Hauptdarsteller Caio Macedo und Alejandro Claveaux anwesend und haben die Stimmung merklich angeheizt, wie Augenzeugen berichten: "Das war eine ganz besondere Vorführung", sagt Oliver Erdmann vom Verein Queere Geschichte(n) Düsseldorf, der seit Jahren das Festival in Düsseldorf unterstützt und begleitet. "Es gab Beifall davor, danach und sogar zwischendurch – und Alejandro und Caio waren beim Gespräch einfach super charmant."
Das Kompliment geben die Schauspieler, die nach ihrem Auftritt in Düsseldorf eine Tag später auch im Frankfurter Cinéma bei der Vorführung dabei waren, gern an das Publikum zurück: "Diese Feedback-Sessions waren unglaublich", sagt Caio Macedo. "Man spürt die Energie des Publikums hautnah, und es ist faszinierend zu erleben, wie der Film die Menschen auf unterschiedlichste Art und Weise bewegt." Wer die beiden noch einmal live erleben will, hat dazu am Mittwochabend in Berlin noch eine Chance – allerdings gibt es nur noch wenige Karten.
Abschlusstag am Mittwoch
Ähnlich euphorisch wie Macedo und Claveaux berichten auch die anderen Filmschaffenden von ihren diversen Vorort-Besuchen – ob "Scham"-Regisseur Lukas Röder mit Hauptdarsteller Til Schindler, "Janine zieht aufs Land"-Macher*in Jan Eilhardt, die "Night Stage"-Schöpfer Filipe Matzembacher und Marcio Reolon, das Team um Lotta Schwerk von "Ninja Motherf*cking Destruction", oder "Mauern aus Sand"-Regisseurin Čejen Černić. "Das waren intensive, bereichernde Gespräche mit dem Publikum", sagt etwa Lukas Röder über seine bisherigen Q&As in Nürnberg und in Wien. "Ich freue mich jetzt schon auf die nächsten."
Fast alle von ihnen sind bis zum Abschlusstag am Mittwoch noch in Deutschland für das Festival unterwegs – auch, um sich noch ein paar Filme anzusehen. In vielen Städten stehen zum Beispiel noch die Vorführungen von Rosa von Praunheims autobiografischer Farce "Satanische Sau" auf dem Programm, dem diesjährigen Teddy-Gewinner für den besten Dokumentarfilm.
Und auch wer vor dem offiziellen Kinostart im Januar unbedingt noch die heißbegehrte "Lesbian Space Princess" bewundern will, könnte noch Glück haben: Das Delphi Kino in Stuttgart und die Passage Kinos in Leipzig haben sich die queere Erfolgsrakete für den Abschlusstag am Mittwoch aufgehoben; das Casablanca Kino in Nürnberg hat wegen des großen Erfolgs gerade noch eine Zusatzvorstellung für den kommenden Sonntag angesetzt.
Abwarten ist in diesem Fall ausdrücklich nicht empfohlen. (ds)
Links zum Thema:
» Alle Spielzeiten und Kinos aus der Homepage des Queerfilmfestivals
Mehr queere Kultur:
» auf sissymag.de
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