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Musikalische Hommage

Till Brönners bislang persönlichstes Werk

Mit "Italia" legt Till Brönner ein Album vor, das tief in den Klangwelten Italiens der 1960er- bis frühen 1980er Jahre verwurzelt ist.


"Italia" ist eine Reise in Till Brönners eigene Vergangenheit – seine Kindheit verbrachte er in Rom (Bild: Joel Heyd)
  • 9. September 2025, 10:31h 3 Min.

Mit "Italia" legt Till Brönner ein Album vor, das tief in den Klangwelten Italiens der 1960er- bis frühen 1980er Jahre verwurzelt ist. Es ist eine musikalische Hommage an ein Land, das in dieser Ära nicht nur stilprägend für europäische Popkultur war, sondern auch ein Lebensgefühl vermittelte, das zwischen cineastischer Melancholie und mediterraner Leichtigkeit oszillierte.

Einen ersten Eindruck vermittelt die Single "Viva la Felicità", eine Neuinterpretation der Titelmelodie zur Zeichentrickfigur Signor Rossi. Die Figur – ein kleiner Mann mit rotem Hut auf der Suche nach Glück – wurde in den 1970er-Jahren zum Symbol einer naiv-fragilen Sinnsuche, die sich im kulturellen Unterbewusstsein Europas festsetzte.

"Italia" markiert zugleich Brönners erste Zusammenarbeit mit einem Hamburger Label. Aufgenommen wurde das Album in Rom und Bari, gemeinsam mit dem apulischen DJ, Jazzgitarristen und Produzenten Nicola Conte, der seit Jahren als Brückenbauer zwischen Jazz, Bossa Nova und Clubkultur gilt.

Till Brönners persönlichstes Werk


"Italia" ist als CD, LP und digital erschienen

Im Zentrum steht ein musikalisches Jahrzehnt, das in vielen Teilen Europas als golden gilt. Damals liefen italienische Songs im französischen Radio, füllten deutsche Plattenregale und klangen wie die Sehnsucht nach einem kontinentweiten Sommer. "Italien lieferte eine Art Europa-Sound", sagt Brönner, "und schuf eine Atmosphäre, die für eine ganze Generation wegweisend war." Für ihn ist diese Zeit auch Ausdruck einer kollektiven Hoffnung: auf Zukunft, auf Nähe, auf Schönheit – ohne die Realität auszublenden. "Es gibt aktuell viel Hoffnung, dass sich die Dinge wieder in etwas Menschlicheres und Erdverbundeneres verwandeln – und genau dieses Gefühl konnte man in den Siebzigern und Achtzigern regelrecht spüren."

Nicola Conte spricht von einer kulturell besonders lebendigen Epoche: "Wir haben uns auf eine Phase der italienischen Kulturgeschichte konzentriert, die bis heute wohl zu den faszinierendsten, künstlerisch bedeutendsten und farbenprächtigsten gehört."

Das Repertoire besteht aus bekannten Stücken – unter anderem von Lucio Battisti, Paolo Conte und Tony Renis – sowie aus kaum bekannten Raritäten, die außerhalb Italiens nie größere Bekanntheit erlangten. Auch ikonische Filmmusik von Ennio Morricone, Piero Piccioni und Franco Micalizzi findet ihren Platz. Ergänzt wird das Programm durch eine eigene Komposition Brönners, die sich so nahtlos in das musikalische Panorama einfügt, dass ihr zeitgenössischer Ursprung erst im Kleingedruckten der Credits auffällt.

Direktlink | Till Brönner mit "Viva la Felicità"
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Erstmals singt Brönner auf einem Album auf Italienisch – etwa auf der Single "Viva la Felicità" oder dem Klassiker "L'Appuntamento", bekannt geworden durch Ornella Vanoni. "Als ich den Text ins Deutsche übersetzt habe, dachte ich: Das hätte auch meine Geschichte sein können", sagt Brönner. Zwischen Instrumentalstücken, die von seiner charakteristischen Trompete und dem Flügelhorn getragen werden, finden sich immer wieder gesungene Titel, bei denen Gäste wie Mandy Capristo, Chiara Civello, Sera Kalo, Mario Biondi und Giovanni Zarrella mitwirken.

Direktlink | Till Brönner über "Italia
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Das neue Album "Italia" (Amazon-Affiliate-Link ) ist auch eine Reise in Brönners eigene Vergangenheit. Seine Kindheit verbrachte er in Rom – Eindrücke, die nun in das Album eingeflossen sind. "Es war eine Phase in meinem Leben, die mich sehr geprägt hat. Vor allem dieses besondere römische Lebensgefühl. Von diesem autobiografischen Aspekt ist 'Italia' inspiriert." So wird das Album möglicherweise zu Brönners persönlichstem Werk – entstanden, wie er sagt, "aus purer Liebe". (dd/pm)

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