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Langenscheidt-Wettbewerb
Jugendwort des Jahres: "Goonen" in den Top 3
Wer "goont", das wissen die Jüngeren unter uns, rubbelt sich stundenlang einen. Der relativ neue Begriff hat es nun in die Endauswahl beim Jugendwort des Jahres geschafft.
- 9. September 2025, 11:27h 3 Min.
Wenn bald das neue Jugendwort verkündet wird, dürfte es wieder das eine oder andere fragende Gesicht geben – und vielleicht ja auch den Dialog "Checkst du?" "Ja, das crazy." Beide Floskeln aus dem Alltag der Jugendlichen haben es in die Top 3 für das "Jugendwort des Jahres" geschafft. Auch der aus einschlägigen Erwachsenen-Foren stammende Begriff "Goonen" ist bei der Finalrunde mit dabei, wie der Langenscheidt Verlag in Stuttgart mitteilte.
"Goonen" ist ein aus dem Englischen entlehntes Slangwort für stundenlange Selbstbefriedigung und exzessive Pornosucht. Der Begriff steht auch für die dauerhafte sexuelle Stimulation ohne Höhepunkt.
"Für uns gehören auch sexuelle Begriffe zur Jugendsprache", betont das Langenscheidt-Gremium – und schiebt gleichzeitig eine Warnung nach: "Langes Selbstbefriedigen kann eine Dopaminsucht begünstigen und zu einer ungesunden Beziehung mit der eigenen Sexualität führen."
Ursprung von "goonen"
Ursprünglich kommt "to goon" im Englischen ganz allgemein vom Hauptwort "goon". Das bedeutet "Trottel" oder "Dummkopf". Im 20. Jahrhundert hieß "to goon out" so viel wie "dumm dasitzen, benommen wirken". Das Wort "Goonen", im Englischen "gooning", kam in seiner heutigen Bedeutung wohl erst nach dem Jahrtausendwechsel auf, zunächst in Nischen-Foren im Internet. Eine breitere Verbreitung bekam der in den Zehnerjahren, als Subreddits, also themenspezifische Unterforen auf der Online-Plattform Reddit, stärker wuchsen und gleichzeitig "Pro-gooning"-Communitys entstanden. Seitdem hat sich der Begriff im englischsprachigen Netz etabliert, ist aber fast ausschließlich auf diese Szene beschränkt; im allgemeinen englischen Sprachgebrauch ist er unüblich, wie auch – bislang – noch im Deutschen.
Die beiden anderen Top-3-Wörter dürften auch für Ältere verständlicher sein als "goonen": Geschafft hat es "Checkst du", was soviel bedeutet wie "nicht schwer zu kapieren". Dieser Begriff wird oft am Ende eines Satzes genutzt, um sicherzugehen, dass das Gegenüber wirklich versteht, worum es geht. "Ich erklär's dir jetzt zum letzten Mal, checkst du?"
Das dritte Wort im Bunde ist "Das crazy". Die Allzweckfloskel wird benutzt, wenn man sprachlos ist oder keine Lust auf eine richtige Antwort hat. Sie ist vergleichbar mit "Aha" oder "Okay". Beispiel: "Er hat ihr einfach vor dem ganzen Kurs einen Antrag gemacht! Das crazy."
Von "Gammelfleischparty" zu "Aura"
Den Wettbewerb zum "Jugendwort des Jahres" gibt es seit 2008. Damals wurde "Gammelfleischparty" als Synonym für eine Ü-30-Party gekürt. Es folgte "hartzen" (2009) fürs Nichtstun und "Niveaulimbo" (2010) für eher flache Konversationen.
In den folgenden Jahren schafften es unter anderem die Worte "Swag" (steht für Coolness), "Yolo" ("You only live once") und "Babo" (Boss) aufs Siegertreppchen. Eine weitere siegreiche Wortkreation: "Smombie" – eine Kombination aus "Smartphone" und "Zombie", was das Verhalten vieler ins Handy versunkener Menschen auf der Straße beschreiben soll.
2021 gewann das Wort "Cringe" – ein Ausdruck für Fremdscham und eher peinliche Momente, den es im Englischen so schon seit Jahrzehnten gibt. Im vergangenen Jahr kürte die Jury "Aura" zum Jugendwort des Jahres, was die Ausstrahlung einer Person hervorheben soll.
Finale in Frankfurt
"Das Jugendwort zeigt, wie Sprache wirken kann: Jugendliche nutzen die Begriffe intuitiv, Erwachsene stolpern darüber – und die Diskussionen in den Familien gehen los", sagt Patricia Kunth, die bei Langenscheidt für das Jugendwort des Jahres verantwortlich ist. Manche Begriffe verschwänden nach kurzer Zeit wieder, andere blieben, weil sie gut klängen und gut genutzt werden könnten.
Mit der Bekanntgabe der Top-3-Begriffe geht das Online-Voting in die letzte Runde. Die finale Bekanntgabe des Jugendwortes 2025 erfolgt am 18. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse. (dpa/cw)















