Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?54993

"Homophobe Tendenzen"

Bochum: Fünf Teenager wegen Angriffs auf schwulen Dating-App-Nutzer verurteilt

Aus blinden Hass auf Schwule lockten fünf Teenager Anfang des Jahres einen 60-Jährigen in eine Falle und schlugen ihn brutal zusammen. Jetzt erhielten sie vom Landgericht Bochum die Quittung dafür.


Fünf Homo-Hasser zwischen 16 und 18 Jahren müssen nun erstmal einige Zeit hinter Gittern verbringen (Bild: Frank Vincentz / wikipedia)

  • 9. September 2025, 13:13h 2 Min.

Das Bochumer Landgericht hat am Montag fünf Jugendliche im Alter zwischen 16 und 18 Jahren verurteilt, weil sie Anfang Februar einen 60-Jährigen über eine schwule Dating-App angelockt und dann brutal verprügelt haben. Wie die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" (Bezahlartikel) berichtet, erhielt der 18-jährige Haupttäter wegen besonders schweren Raubes und gefährlicher Körper­ver­letzung eine Jugendstrafe von vier Jahren und neun Monaten. Dabei ist aber auch noch eine noch nicht abgesessene Strafe von zwei Jahren und neun Monaten enthalten, die er zuvor wegen gefährlicher Körper­ver­letzung erhalten hatte. Laut Gericht lägen bei ihm "homophobe Tendenzen" und eine "deutliche Verrohung" vor.

Ein weiterer 18-jähriger Angeklagter erhielt eine Jugendstrafe von zwei Jahren und drei Monaten. Die anderen Angeklagten, zwei 16-Jährige und ein 17-Jähriger, wurden zu Dauerarrest zwischen zwei und vier Wochen sowie 50 bis 100 Sozialstunden verurteilt.

Der Tathergang: Das Opfer war von einem der Angeklagten über eine Dating-App kontaktiert worden. Er bot dem Mann einen sexuellen Kontakt am Westpark an. Als der schwule Mann dann am 6. Februar zu einem abgelegenen Ort kam, fand er die fünf Angeklagten vor. Sie schlugen laut Aussagen ohne Vorwarnung auf ihn ein – und beschimpften ihn als "schwule Sau". Der Haupttäter hielt dem 60-Jährigen auch ein Messer an den Hals und drohte, ihn "abzustechen". Darauf traten die Jugendlichen auf das am Boden liegende Opfer ein. Schließlich konnte der Mann blutüberströmt fliehen und die Polizei alarmieren, die die Täter noch in der Nähe des Tatorts festnehmen konnten.

60-Jähriger war sechs Wochen lang arbeitsunfähig

Das Opfer musste mit einer Gehirnerschütterung, schweren Prellungen im Gesicht und zwei gebrochenen Rippen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Dort verbrachte er zwei Tage und war sechs Wochen lang arbeitsunfähig. Erbeutet haben die Täter dabei nur zwei Schlüsselbunde. Die Verurteilten können noch Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen.

Immer wieder kommt es in Deutschland zu derartigen Überfällen, in denen Dating-App-Nutzer in Fallen gelockt werden. Im Juli nahm die Hamburger Polizei im Stadtteil Wilhelmsburg etwa zwei Männer im Alter von 25 und 27 Jahren fest, die einen 38-Jährigen getroffen, ihn mit einer Machete bedroht und ausraubt hatten. Auch hier soll das Motiv Homosexuellfeindlichkeit sein (queer.de berichtete).

Die österreichische Polizei hatte im März mit 400 Beamt*innen eine bundesweite Razzia gegen die sogenannte "Pädo-Hunter-Szene" durchgeführt, die Jagd auf Homosexuelle macht. Es kam zu 23 Hausdurchsuchungen und 15 Verhaftungen (queer.de berichtete). (cw)