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Kontakte zu Epstein
Wegen Epstein-Kontakten: Offen schwuler britischer Botschafter in den USA gefeuert
Der britische Baron Peter Mandelson ist nicht mehr Botschafter in den Vereinigten Staaten. Der offen schwule Politiker und Diplomat stolperte über seine Kontakte zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.

Peter Mandelson war nur ein halbes Jahr lang britischer Botschafter in den USA (Bild: Foreign, Commonwealth & Development Office / flickr)
- 11. September 2025, 13:02h 3 Min.
Der britische Premierminister Keir Starmer hat am Donnerstag den 71-jährigen Diplomaten Peter Mandelson als Botschafter des Königreichs in den USA entlassen. Anlass waren Mandelsons Kontakte mit dem amerikanischen Finanzier und verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (1953-2019).
Mandelson geriet unter Druck, nachdem das US-Parlament am Montag ein "Geburtstagbuch" des in Haft durch Suizid gestorbenen Epstein veröffentlichte, in dem viele prominente Glückwünsche eingegangen waren. Am bekanntesten war ein angeblich vom heutigen US-Präsidenten Donald Trump stammender Brief mit der gemalten Silhouette einer nackten Frau.
Mandelson habe laut den Veröffentlichungen Epstein als "meinen besten Kumpel" bezeichnet. Ein Sprecher Mandelsons wiegelte zunächst ab: "Lord Mandelson hat schon lange klargemacht, dass er es sehr bedauert, Epstein jemals kennengelernt zu haben", erklärte er der BBC.
Zunächst sicherte Starmer seinem sozialdemokratischen Parteifreund die Unterstützung zu. Er habe "volles Vertrauen" in seinen Botschafter, sagte Starmer noch am Mittwoch. Nach weiteren Medienberichten änderte der derzeit bei Umfragen extrem unpopuläre Regierungschef aber seine Meinung.
Mandelson veränderte die Labour-Partei
Mandelson war seit den Siebzigerjahren in der Labour-Partei aktiv. Er gilt als einer der Hauptarchitekten des Wandels seiner Partei in den Neunzigerjahren zu "New Labour" – das bedeutet, dass die Partei nicht mehr den Klassenkampf mit dem Fernziel Sozialismus zum Thema machte oder Verstaatlichung von Schlüsselindustrien forderte, sondern eine pragmatischere Politik betrieb. Mandelson ist wegen dieser Veränderungen bei vielen Labour-Linken verhasst.
Die Kursänderung Mandelsons erwies sich bei Wahlen als erfolgreich: 1997 gewann Tony Blair erstmals seit 1974 wieder eine Unterhauswahl für seine Partei. Labour sollte bis 2010 regieren. 2008 wurde Mandelson von Blair-Nachfolger Gordon Brown zum Baron ernannt – er hat damit auf Lebenszeit einen Posten im Oberhaus.
Immer wieder versuchten politische Gegner*innen, Mandelsons Homosexualität gegen ihn zu verwenden. Bereits 1987 outete ihn die rechte Boulevardzeitung "News of the World", damals arbeitete er als Kommunikationschef im Wahlkampfteam des Labour-Kandidaten Neil Kinnock. Dieser verlor die Wahl gegen die damalige Premierministerin Margaret Thatcher.
Unter Blair hatte Mandelson mehrere Ministerposten inne. Außerdem war er zwischen 2004 und 2008 EU-Handelskommissar. Seinen Posten als Botschafter in den USA trat er erst im Februar diesen Jahres an.
Mandelson ist seit den späten Neunzigerjahren mit dem brasilianischen Linguisten Reinaldo Avila da Silva liiert. Zwar war die Beziehung in Parlamentskreisen bekannt, Mandelson verheimlichte sie anfangs aber wegen der damals üblichen homophoben Skandalberichterstattung in Boulevardmedien vor der Öffentlichkeit. Die beiden heirateten schließlich im Jahr 2023 in London. Seither sprach Mandelson mehrfach über seinen Mann und nahm ihn zu offiziellen Anlässen mit. (dk)














