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Bayern

Mutmaßlich homophober Angriff in Augsburg: Anklage erhoben

Einer der Angeklagten stand schon 2019 wegen eines tödlichen Schlags im Fokus. Was steckt hinter dem neuen Vorwurf auf Augsburgs Partymeile?


Die Tat hatte sich im März diesen Jahres ereignet (Bild: wikipedia / Waugsberg)

  • 11. September 2025, 15:35h 2 Min.

Nach einem mutmaßlich homophoben Angriff hat die Generalstaatsanwaltschaft München gegen vier Männer im Alter von 22 bis 25 Jahren Anklage erhoben. Sie sollen vor einem knappen halben Jahr in der Augsburger Maximilianstraße zwei Männer geschlagen und getreten haben (queer.de berichtete). Das Landgericht Augsburg muss nun entscheiden, ob die Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung zugelassen und in einem Prozess verhandelt wird. Zunächst hatte die "Augsburger Allgemeine" über die Anklageerhebung berichtet.

Der Fall hatte in Augsburg für Aufsehen gesorgt, weil unter den Beschuldigten ein 22-Jähriger ist, der vor mehr als fünf Jahren mit einer Gewalttat bundesweit für Schlagzeilen sorgte. Er hatte am Nikolausabend 2019 am Augsburger Königsplatz einen 49 Jahre alten Familienvater mit einem einzigen Faustschlag getötet.

Beschuldigter wegen einer tödlichen Gewalttat vorbestraft

Das Opfer war damals mit Ehefrau und Freunden auf dem Rückweg von einem Weihnachtsmarkt- und Restaurantbesuch, als es zu einem Streit mit einer Gruppe Jugendlicher kam. Infolge eines wuchtigen Schlags des damals 17-Jährigen ins Gesicht starb der 49-Jährige binnen kurzer Zeit an einer Hirnblutung. Der Täter wurde später wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Jugendstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt.

Der 22-Jährige ist nun bei dem neuen Fall einer der drei Beschuldigten, die in Untersuchungshaft sitzen. Die vier Verdächtigen sollen im März 2025 die zwei Opfer gegen Kopf und Oberkörper geschlagen und getreten haben. Die Ermittler*innen gehen davon aus, dass bei den mutmaßlichen Tätern auch eine feindliche Einstellung gegenüber Homosexuellen eine Rolle spielte.

Wie kam es zur Tat?

Bei der Auseinandersetzung auf der Maxstraße, der bekanntesten Augsburger Feiermeile, soll ein Mann wegen seiner sexuellen Orientierung angegriffen worden sein. Sein Begleiter sei dann zur Hilfe gekommen und wurde ebenfalls attackiert. Die Verdächtigen sollen auf die beiden Opfer eingetreten haben, unter anderem gegen den Oberkörper und den Kopf. Außerdem seien die Angegriffenen queerfeindlich beleidigt worden. Beide Männer wurden schwer verletzt.

Es soll allerdings auch vonseiten der beiden verletzten Männer ein möglicherweise provozierendes Verhalten gegeben haben. So ist auf einem Video zu sehen, wie eines der Opfer vor dem Vorfall in die Gruppe der Angreifer springt. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt für die vier beschuldigten Männer die Unschuldsvermutung.

Die Generalstaatsanwaltschaft in München hatte das Verfahren wegen des vermuteten queerfeindlichen Hintergrunds übernommen. Die Ermittlungsbehörde ist in Bayern die Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus. (dpa/cw)

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