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Boykottbewegung
Irland will nicht am ESC teilnehmen – wenn Israel mitmacht
- 12. September 2025, 13:12h 2 Min.
- Zu Update springen: Auch die Niederlande drohen mit Boykott (14:00h)

Waren Emmy und ihre "Laika Party" der letzte ESC-Song Irlands? (Bild: EBU / Corinne Cumming)
Der Streit um den ESC-Teilnehmer Israel spitzt sich zu: Vor dem Eurovision Song Contest (ESC) in Wien hat jetzt ein Fernsehsender öffentlich mit Boykott gedroht. Bei einer Teilnahme Israels am ESC will Irlands Rundfunk auf den Startplatz beim Musikwettbewerb verzichten. Das teilte der öffentlich-rechtliche Sender RTÉ in einer Stellungnahme mit. Hintergrund ist der Gaza-Krieg.
"RTÉ ist der Ansicht, dass eine Teilnahme Irlands angesichts des anhaltenden und entsetzlichen Verlusts von Menschenleben im Gazastreifen unvertretbar wäre", heißt es darin. Diese konkrete Ankündigung aus Irland geht über die deutliche Kritik mehrerer ESC-Teilnehmerländer und ihrer Sender hinaus, unter ihnen Spanien, Belgien und Slowenien.
Eine endgültige Absage aus Dublin gebe es allerdings erst, wenn die europäische Rundfunkunion (EBU) final entscheide, Israel teilnehmen zu lassen. Die öffentlich-rechtliche Anstalt sei zutiefst besorgt über die "gezielten Tötungen von Journalisten in Gaza, die Verweigerung des Zugangs für internationale Reporter zu dem Gebiet sowie über die Notlage der verbleibenden Geiseln".
Der israelische Sender KAN hat allerdings bereits klargestellt, wieder beim ESC dabei sein zu wollen. In Israel wird der ESC für wichtige Symbolkraft gesehen: Die Teilnahme signalisiere Zugehörigkeit zu Europa und biete, gerade bei Yuval Raphaels diesjährigen Song "New Day Will Rise", ein Element nationaler Heilung nach den traumatischen Ereignissen vom 7. Oktober 2023, als Hamas-Terroristen bei einem Terrorangriff auf den größten Massenmord an jüdischen Menschen seit dem Holocaust verübten.
Irland hat den ESC bereits siebenmal gewonnen und steht damit gemeinsam mit Schweden an der Spitze der Länder mit den meisten ESC-Siegen. Am Mittwoch forderte etwa auch die spanische Regierung erneut den Ausschluss Israels (queer.de berichtete). Sollte dies nicht geschehen, müsse Spanien gegebenenfalls ebenso über einen Rückzug nachdenken, sagte Kulturminister Ernest Urtasun im Interview des staatlichen TV-Senders RTVE. (dpa/cw)
Update 14:00 Uhr: Auch die Niederlande erwägen einen Boykott
Auch der niederländische Sender Avrotos hat am Freitag einen Boykott des ESC angedroht, sollte Israel einen Act zum Musikfestival schicken. Die öffentlich-rechtliche Anstalt könne "nicht länger Israels Teilnahme in der augenblicklichen Situation" rechtfertigen, heißt es in einer Mitteilung.
/ escinsidersThe Dutch broadcaster AVROTROS has announced that the Netherlands wont participate in Eurovision in case of Israels participation at the contest in 2026#Eurovision #ESC pic.twitter.com/1WDBwQh20h
Eurovision Insider (@escinsiders) September 12, 2025
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