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Sachbuch

Narzissmus, Kriminalität und Verantwortung

Im Zentrum des neuen Buchs "Gefährliches Ego" von Maximilian Pollux stehen sogenannte bösartige Narzisst*innen – Täter*innen mit einem besonders ausgeprägten Bedürfnis nach Kontrolle, Macht und Bestätigung.


Maximilian Pollux thematisiert im Buch seine eigene Diagnose einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung offen (Bild: Julian Hartmuth/Penguin Random House GmbH)

Narzisst*innen sind sich selbst am nächsten. Sie manipulieren, kontrollieren und entwerten andere, um das eigene Ego zu stabilisieren – und setzen alles daran, ihre Ziele durchzusetzen. Narzissmus gilt längst als gesellschaftliches Reizthema, besonders im Kontext zwischenmenschlicher Beziehungen. Doch in bestimmten Ausprägungen kann er nicht nur toxisch, sondern auch gefährlich werden – vor allem, wenn weitere psychische Störungen hinzukommen.

Kontrolle, Macht und Bestätigung


"Gefährliches Ego: Wenn Narzissmus tödlich endet" ist als Taschenbuch und E-Book erschienen

Der ehemalige Intensivtäter und heutige True-Crime-Experte Maximilian Pollux widmet sich in seinem ersten Sachbuch genau dieser Schnittstelle: dem Zusammenhang zwischen narzisstischer Persönlichkeitsstruktur und strafbarem Verhalten. Als jemand, der selbst knapp zehn Jahre wegen Raubüberfällen und Drogenhandels in Haft saß, nähert sich Pollux dem Thema nicht nur analytisch, sondern auch autobiografisch. Seit seiner Haftentlassung arbeitet er als Anti-Gewalt-Trainer, gründete den Verein SichtWaisen e.V. und engagiert sich in der Jugendprävention.

Im Zentrum des Buchs stehen sogenannte bösartige Narzisst*­innen – Täter*­innen mit einem besonders ausgeprägten Bedürfnis nach Kontrolle, Macht und Bestätigung, oft gepaart mit Empathielosigkeit und manipulativen Verhaltensweisen. Pollux fragt, was diese Persönlichkeitszüge so gefährlich macht, wie sie sich mit anderen Störungsbildern – etwa antisozialer Persönlichkeitsstörung, Psychopathie oder Traumafolgestörungen – zu einem "Cocktail der Gewalt" vermengen können, und ob es überhaupt Möglichkeiten gibt, solche Täter*­innen frühzeitig zu erkennen oder ihre Taten zu verhindern.

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Besonders eindrücklich ist dabei, dass Pollux in "Gefährliches Ego: Wenn Narzissmus tödlich endet" auch seine eigene Diagnose einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung offen thematisiert. Er verwebt persönliche Erfahrungen mit Fallanalysen und Einblicken in die Denk- und Gefühlswelt von Täter*­innen – ohne sich zu rechtfertigen, aber auch ohne sich zu distanzieren.

Das Buch ergänzt den erfolgreichen Podcast "Pollux", in dem er bereits seit Längerem True-Crime-Fälle bespricht – häufig mit einem Fokus auf Prävention, Perspektivwechsel und Reflexion. In der Buchversion finden sich zudem exklusive Fallgeschichten, die bisher nicht öffentlich erzählt wurden.

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"Narzissmus führt nicht per se zu Kriminalität, und die meisten Narzisst*­innen sind nicht kriminell", betont Pollux. "Dafür müssen noch andere Faktoren dazukommen – etwa eine antisoziale Persönlichkeitsstörung, eine nicht erkannte Schizophrenie, Substanzgebrauchsstörungen oder unbehandelte Traumata. Dann aber entsteht recht schnell ein gefährlicher Cocktail."

Pollux lebt heute in Mainz. Er gibt Workshops an Schulen, in Jugendeinrichtungen und Gefängnissen – und nutzt seine Geschichte, um über Gewalt, Verantwortung und gesellschaftliche Versäumnisse zu sprechen. (dd/pm)

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