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"Wäre ein gutes Zeichen gewesen"

Bundestag ohne Regenbogen­fahne: Bischof Bätzing rügt Klöckner

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Georg Bätzing hat Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) dafür kritisiert, dass zum Berliner CSD in diesem Jahr auf dem Reichstagsgebäude keine Regenbogenflagge gehisst wurde.


Der katholische Bischof Georg Bätzing liest Bundestags­präsidentin Julia Klöckner (CDU) die Leviten (Bilder: H. Opitz, Deutscher Bundestag / Tilo Strauss / photothek)

  • 14. September 2025, 07:21h 3 Min.

Die queere Community erhält unerwartete Unterstützung aus der katholischen Kirche: Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Georg Bätzing hat Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) dafür kritisiert, dass zum Berliner CSD in diesem Jahr auf dem Reichstagsgebäude keine Regenbogenfahne gehisst wurde. "Ich finde es schade, dass sie es dieses Jahr abgelehnt hat", sagte Bätzing in einem Interview mit dem Magazin "Stern" (Bezahlartikel). "Es wäre ein gutes Zeichen gewesen. Das sage ich bewusst als katholischer Bischof."

Kritik übte der Bischof von Limburg allerdings auch an seiner eigenen Kirche. So forderte Bätzing im "Stern" eine Korrektur des Katechismus, in dem Homosexualität noch immer als "nicht in Ordnung" und "in keinem Fall zu billigen" bezeichnet wird. "Homosexualität ist keine Sünde. Wir haben im Synodalen Weg gesagt, wir wollen das ändern. Auch andere Teile des Katechismus wurden geändert, etwa zur Todesstrafe", so der Bischof.

Das Trauungsverbot für Homosexuelle soll bleiben

Dass lesbische und schwule Paare kirchlich heiraten können, sieht Bätzing in absehbarer Zeitung allerdings nicht für möglich. Zwar wolle er "eine Kirche der offenen Arme. Eine, die sagt: Du hast einen Platz bei uns, auch wenn du nicht von allem überzeugt bist", sagte der Bischof dem "Stern". Für ihn gelte jedoch: "Ehe im christlichen Sinn ist die Verbindung von Mann und Frau mit der Offenheit für Kinder, das ist schon biblisch bezeugt." Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz will auch beim Thema Abtreibung an der ablehnenden Haltung seiner Kirche festhalten.

Bätzing räumte ein, dass die katholische Kirche in einer Krise stecke. "Viele Menschen sagen: 'Ich komme gut ohne Gott klar.'" Sorgen bereitet Bätzing vor allem der Nachwuchsmangel bei katholischen Geistlichen: "Ohne Priester droht unser sakramentales Leben zu versanden, die Kirche wird innerlich ausgehöhlt." Er fordert deshalb Reformen, darunter mehr Beteiligung der Gläubigen. "Ich will die Beteiligung unserer Mitglieder an Entscheidungen. Das ist kein Verlust des Katholischen, sondern dessen Bereicherung", sagte Bätzing dem "Stern".

Klöckners Kampf gegen queere Sichtbarkeit

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hatte als eine ihrer ersten Amtshandlungen nicht nur die Regenbogenfahne, die in den letzten Jahren ohne Kontroversen zum Berliner CSD am Reichstagsgebäude geweht hatte, verboten, sondern auch der Bundestagsverwaltung untersagt, als Gruppe beim CSD mitzulaufen (queer.de berichtete). Darüber hinaus ließ sie die Bundestagspolizei ausrücken, um Regenbogenfahnen in Abgeordnetenbüros zu entfernen (queer.de berichtete). Klöckner begründete die Entscheidungen mit einem angeblichen Neutralitätsgebot.

Zuletzt sorgte die protokollarisch zweithöchste Person im Staate für Entsetzen, weil sie ein CDU-Stadtfest in den Räumlichkeiten eines Unternehmers eröffnete, der das rechtspopulistische Portal "Nius" finanziert (queer.de berichtete). (mize)

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