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"SchwuZschutz"

Trägerverein will SchwuZ mit Spendenkampagne retten

Mit einer Crowdfunding-Kampagne soll das SchwuZ gerettet werden, 300.000 Euro sind das Ziel. Viel Zeit bleibt dem Mitgliederverein nicht.


Überlebt das SchwuZ? Die nächsten Wochen werden entscheidend sein (Bild: Guido Woller)

Vor sechs Wochen musste der knapp 50 Jahre alte queere Berliner Club SchwuZ Insolvenz anmelden (queer.de berichtete). Jetzt will der Mitgliederverein der bislang größten queeren Kulturinstitution Deutschlands mit einer Spendenkampagne genug Geld für die Rettung zu sammeln – unter dem Schlagwort "SchwuZschutz".

"Unser Wohnzimmer, das SchwuZ, ist in Gefahr! In wenigen Tagen droht unser SchwuZ an irgendeine*n Investor*in verkauft zu werden. Ein weiterer Ort unserer Community, der verloren wäre", heißt es im am Wochenende gestarteten Spendenaufruf von SchwuZ e.V. "Um das mit Sicherheit zu verhindern, müssen wir bis spätestens 24. September über verschiedene Kanäle ca. 300.000 Euro für den Weiterbetrieb sammeln." Bislang sind bereits mehr als 6.000 Euro an Spenden eingegangen.

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Verein will "SchwuZ-Gefühl" zurückbringen

Man habe erkannt, dass es das SchwuZ nach der Corona-Pandemie nicht geschafft habe, "sich neu zu erfinden". "Das SchwuZ ist nicht mehr dasselbe, die Musik ist immer gleich, der Vibe passt nicht mehr. Es wurden Fehler gemacht", heißt es. "Daran wollen wir arbeiten. Wir haben eine Gruppe mit vielen Leuten aus der Community gegründet, die gerade alles auf den Prüfstand stellt und neue Konzepte entwickelt. Das SchwuZ-Gefühl, das wir alle eigentlich so lieben, soll wieder zurückkommen." Der Club solle wieder das "Wochenend-Wohnzimmer" der Community sein. "Gerade in diesen Zeiten sehnen wir uns doch alle nach einem sicheren Ort, an dem wir neue Leute finden und Freund*innen treffen können, und der den Vibe der Regenbogenhauptstadt bis zum letzten Bass lebt!"

"Es gilt die Alarmstufe Pink! Wenn wir jetzt nichts unternehmen, riskieren wir, dass der nächste queere Ort Berlins für immer verschwindet", erläuterte SchwuZ-Vorstandsmitglied Stefan Fuerst. "Im Rahmen des Insolvenzverfahrens findet ein Investorenprozess statt, bei dem geschaut wird, wer das SchwuZ weiterbetreiben könnte. Mit dem Geld wollen wir als Verein den Club aus der Insolvenz zurückkaufen. Gerne auch mit passenden Partnern, aber nur mit uns als starken Verein. Denn nur wir sind die Versicherung dafür, dass das SchwuZ ein queerer Club in der Hand der Community bleibt."

Der Mitgliederverein mit derzeit rund 140 Mitgliedern trägt zwar das SchwuZ, für die Geschäfte sind aber zwei vom Verein beauftragte Unternehmen mit beschränkter Haftung verantwortlich. Diese hatten Anfang August Insolvenz angemeldet. Bislang geht der Clubbetrieb bis zur voraussichtlichen Eröffnung des Insolvenzverfahrens Anfang Oktober weiter.

Bereits im Mai hatte die Einrichtung einem Drittel der Belegschaft aus damals rund 100 Beschäftigten gekündigt, um das Ruder doch noch herumzureißen (queer.de berichtete). (cw)

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