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  • 16. September 2025, 12:49h 2 Min.

Nach dem Sieg des schwulen Countertenors JJ in diesem Jahr wird der ESC 2026 in Wien stattfinden (Bild: Corinne Cumming / EBU)

Im Streit um die Teilnahme Israels beim Eurovision Song Contest droht nun auch Spanien als einer der fünf wichtigsten Geldgeber mit Boykott. Der öffentlich-rechtliche Sender RTVE kündigte an, dem ESC in Wien im Mai nächsten Jahres fernzubleiben, falls Israel nicht vom Wettbewerb ausgeschlossen wird. Die Entscheidung wurde auf einer Sitzung des Verwaltungsrates der öffentlichen Medienanstalt RTVE getroffen, wie der Sender mitteilte. Hintergrund ist der Krieg im Gazastreifen.

Spanien gehört zu den sogenannten Big Five, den fünf wichtigsten Geldgeber*­innen des Wettbewerbs. Seit Wochen wächst der Druck auf die Veranstalter*­innen des ESC. Vor Spanien hatten zuletzt Irland und die Niederlande mit einem Rückzug gedroht (queer.de berichtete). Auch Slowenien hatte Anfang September klar durchblicken lassen, dass man bei einer Teilnahme Israels nicht dabei sein werde. Island erwägt ebenfalls diesen Schritt. Zudem gibt es auch in anderen ESC-Nationen erhitzte Debatten und Forderungen nach einem Ausschluss Israels.

Die linksgerichtete Regierung Spaniens zählt in Europa zu den schärfsten Kritiker*­innen des israelischen Militäreinsatzes in Gaza. Ministerpräsident Pedro Sánchez spricht von einem "Völkermord" an den Palästinenser*­innen. Obwohl RTVE in seinen Entscheidungen autonom ist, übt die Regierung in Madrid großen Einfluss auf den Sender aus. In der vergangenen Woche hatte Spaniens Kulturminister Ernest Urtasun einen Ausschluss Israels vom Wettbewerb gefordert (queer.de berichtete).

Der israelische Sender KAN hat allerdings bereits klargestellt, wieder beim ESC dabei sein zu wollen. In Israel wird der ESC für wichtige Symbolkraft gesehen: Die Teilnahme signalisiere Zugehörigkeit zu Europa und biete, gerade bei Yuval Raphaels diesjährigen Song "New Day Will Rise", ein Element nationaler Heilung nach den traumatischen Ereignissen vom 7. Oktober 2023, als Hamas-Terroristen bei einem Terrorangriff auf den größten Massenmord an jüdischen Menschen seit dem Holocaust verübten. (cw/dpa)

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