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Katholische Kirche
Polizei ermittelt nach homophoben Angriff bei Gemeindefest in Essen
Der Angreifer soll sich an einer Regenbogenfahne gestört und mindestens einen Leiter der Katholischen jungen Gemeinde attackiert und verletzt haben. Der Bischof verurteilte die Attacke.

Die KjG veröffentlichte bei Instagram ein Foto der Regenbogenflagge
- 17. September 2025, 19:39h 3 Min.
Die Polizei ermittelt gegen einen Angreifer, der einen jungen Mann bei einem katholischen Gemeindefest in Essen nach einem Streit um eine Regenbogenfahne attackiert und verletzt haben soll. "Wir ermitteln wegen des Verdachts der schweren Körperverletzung gegen einen noch unbekannten Tatverdächtigen", sagte eine Sprecherin der Polizei. Ein 22-Jähriger habe Strafanzeige gestellt, weil er am vergangenen Samstag attackiert worden sei.
Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck verurteilte den Angriff. In einer Mitteilung war von einer Attacke auf zwei Leiter einer Katholischen jungen Gemeinde (KjG) die Rede. Eine solche Tat "darf in unserer Kirche, die für Toleranz, Respekt und Vielfalt stehen soll, keinen Platz haben", betonte Overbeck.
Der Bischof würdigte das Engagement der Katholischen jungen Gemeinde, die sich "friedlich und mutig für eine offene, bunte Kirche" einsetze. Zeichen wie die Regenbogenfahne symbolisierten, "dass jeder Mensch von Gott gewollt ist und in seiner Liebe steht – unterschiedslos, voraussetzungs- und bedingungslos". Der "Glaube an die absolute Gleichheit aller Menschen als Geschöpfe Gottes" lasse es nicht zu, dass Menschen ausgegrenzt werden.
Mit Faust und Bierglas attackiert
Am Samstagabend waren nach einem Bericht des Bistums unter Berufung auf Angaben der KjG St. Michael und der Pfarrei St. Dionysius, zu der St. Michael gehört, zwei Leiter des katholischen Jugendverbands angegriffen worden, nachdem es auf dem Gemeindefest Streit um eine Regenbogenfahne gegeben hatte. Diese Fahne mit dem Logo der KjG hatte im Hintergrund einer Bühne gehangen, auf der an diesem Abend eine Band gespielt hatte.
Als das Konzert beendet und das Fest wegen Regens in den Gemeindesaal verlegt worden war, seien die beiden Leiter von bislang unbekannten Männern angesprochen und gefragt worden, wie denn eine Regenbogenfahne für die Werte der katholischen Kirche stehen könne. Die Jugendleiter hätten ruhig und sachlich entgegnet, dass sich das Thema Vielfalt ihrer Ansicht nach durchaus mit dem katholischen Glauben verbinden lasse.
Die Auseinandersetzung sei schließlich eskaliert. Der angezeigte Angreifer habe einen Faustschlag getätigt und soll auch ein Bierglas in Richtung der Jugendleiter geworfen habe. Die Angreifer hätten fliehen können bevor die alarmierte Polizei eintraf. Diese sprach zunächst von einer angegriffenen Person.
Die KjG St. Michael hatte den Vorfall bereits am Sonntag bei Instagram publik gemacht und viele Solidaritätsbekundungen erhalten. Man stehe für eine demkratische und gleichberechtigte Gesellschaft, hieß es in dem Posting. "Uns ist wichtig, dass sich jeder Mensch bei uns wohlfühlen kann. Diskriminierung, Hetze und Gewalt haben bei uns keinen Platz." Ferner betonte die KjG: "Wir setzen eine klare Kante gegen Rechts. Wir bleiben präsent. Die Regenbogenfahne bleibt. Wir sind mehr." (dpa/cw)














