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  • 18. September 2025, 11:52h 2 Min.

"Kein Wort von uns" spielt im Krefeld der 1930er Jahre (Bild: Lukas Marvin Thum / Düsseldrama)

Am 11. Oktober 2025, pünktlich zum internationalen Coming-out-Day, feiert in Krefeld ein außergewöhnliches Theaterstück Premiere: "Kein Wort von uns". Es ist das erste deutschsprachige Bühnenwerk, das sich explizit an Jugendliche und junge Erwachsene richtet und die Verfolgung homo­sexueller Menschen unter dem § 175 im Nationalsozialismus thematisiert.

Entwickelt wurde das Stück vom freien Düsseldorfer Theaterkollektiv Düsseldrama, das seit über einem Jahr mit seiner "Rosa-Winkel-Trilogie" queere Geschichte(n) sichtbar macht. Gemeinsam mit der Krefelder NS-Dokumentationsstelle entstand nun ein eigenständiges Werk der Autorin Simone Saftig, inszeniert von Regisseur und queer.de-Autor Marvin Wittiber. In der Hauptrolle ist Victor Maria Diderich zu sehen – er ist Mitglied der #ActOut-Initiative. Unterstützt wird die Produktion von zahlreichen queeren Initiativen wie dem Queeren Netzwerk NRW, Crefelder CSD, AIDS-Hilfe Krefeld, Being Queer Referat der Hochschule Niederrhein und Queere Geschichte(n) Düsseldorf.

Die Handlung führt ins Krefeld der 1930er Jahre: Kaspar, Lehrling im strengen Heimalltag, findet in seinem Freund Wilhelm Halt – bis er dem charismatischen Franz begegnet. Zwischen den beiden Jungen entwickelt sich eine leise, zarte Nähe. Doch im Klima von Kontrolle, Misstrauen und unter dem Verbot des § 175 wird aus Freundschaft schnell Gefahr. Das Stück erzählt nicht nur von Repression und Angst, sondern auch von Loyalität, Identität und dem Mut zur ersten Liebe.

Historische Quellen zu queeren Biografien aus der NS-Zeit sind rar – oft existieren nur Akten der Täter*innen. "Kein Wort von uns" versteht sich als künstlerische Antwort auf diese Leerstellen: behutsame Rekonstruktion, zwischen den Zeilen lesen, Räume für verdrängte Geschichten öffnen. So wird das Stück zugleich eine Coming-of-Age-Erzählung und ein Akt zärtlichen Ungehorsams.

Die Uraufführung findet am 11. Oktober 2025 um 19 Uhr im Südbahnhof in Krefeld statt. Weitere Abendvorstellungen gibt es am 13., 14. und 15. Oktober um jeweils 20 Uhr. Eingebettet werden sie in ein Rahmenprogramm mit Einführungen der NS-Dokumentationsstelle sowie Podiums- und Künstler*innen-Gesprächen. Der Eintritt ist frei. Der Förderverein Villa Merländer e. V. und das Theaterkollektiv Düsseldrama bitten um Spenden zugunsten der künstlerischen Erinnerungsarbeit. Ticketreservierungen und weitere Informationen gibt es hier. (cw)

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