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Sachbuch
Frauen zur Ware degradiert
In ihrem neuen Buch "Die (un)verborgene Gewalt gegen Frauen" zeigt Barbara Schmid, dass Prostitution ein zentraler Faktor im Zusammenhang mit Frauenhass und Gewalt ist.

Jeden Tag wird in Deutschland eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner ermordet (Bild: OpenAI)
- 20. September 2025, 09:09h 3 Min.
Mit "Die (un)verborgene Gewalt gegen Frauen" veröffentlicht die Journalistin, Autorin und Podcasterin Barbara Schmid ein Buch, das Prostitution als zentraler Faktor im Zusammenhang mit Frauenhass und Gewalt beleuchtet. Sie beschreibt, wie das System Prostitution Gewalt gegen Frauen nicht nur verstärkt, sondern auch gesellschaftlich normalisiert. Damit wird deutlich: Prostitution ist kein Randthema, sondern betrifft die gesamte Gesellschaft.
Die Dimension der Gewalt ist erschreckend. Jeden Tag wird in Deutschland eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner ermordet, in kurzen Abständen kommt es zu brutalen Übergriffen. Frauen und Mädchen bewegen sich in der Öffentlichkeit häufig mit Angst vor Belästigungen und Attacken. Schmid geht der Frage nach, welche Rolle Prostitution in dieser Gewaltspirale spielt und welche gesellschaftlichen Muster sie verfestigt.
Zerstörerische Folgen für Körper, Psyche und Lebensperspektiven

"Die (un)verborgene Gewalt gegen Frauen" ist als Taschenbuch und E-Book erhältlich
Studien und kriminalwissenschaftliche Untersuchungen zeichnen ein klares Bild: (Heterosexuelle) Männer, die Sex kaufen, neigen zu aggressiverem Verhalten. Viele von ihnen überschreiten Grenzen nicht nur gegenüber Prostituierten, sondern auch in ihrem Alltag. Ein signifikanter Anteil verurteilter Sexualstraftäter war zuvor Freier. Prostitution wirkt somit nicht isoliert, sondern trägt zu einer Atmosphäre der Verrohung bei. Für Schmid ist klar: Der Sexkauf gefährdet die Gleichstellung der Geschlechter, weil er ein Frauenbild reproduziert, das Frauen zur Ware degradiert.
Das Buch verbindet gesellschaftspolitische Analyse mit erschütternden Einblicken in individuelle Lebensgeschichten. Schmid dokumentiert die Erfahrungen von Frauen, die in der Prostitution arbeiten oder gearbeitet haben, und legt die zerstörerischen Folgen für Körper, Psyche und Lebensperspektiven offen. Gleichzeitig zeigt sie, dass diese Gewalt auch eine kollektive Dimension hat – weil sie das Zusammenleben in einer Gesellschaft prägt, in der Frauen grundsätzlich gefährdeter sind.
"Die (un)verborgene Gewalt gegen Frauen" (Amazon-Affiliate-Link ) geht über die reine Bestandsaufnahme hinaus. Es skizziert politische und gesellschaftliche Wege aus der Misere. Schmid plädiert für eine konsequente Auseinandersetzung mit dem sogenannten Nordischen Modell, das Freier kriminalisiert und Prostituierte schützt. Sie macht deutlich, dass ein gewaltfreies Zusammenleben möglich ist – vorausgesetzt, die strukturellen Ursachen werden benannt und bekämpft.

Autorin Barbara Schmid
Barbara Schmid bringt dafür langjährige journalistische Erfahrung mit. Zwei Jahrzehnte arbeitete sie für den "Spiegel", zuvor war sie Hauptstadtkorrespondentin für die "Bild am Sonntag". Bereits 2020 veröffentlichte sie mit "Schneewittchen und der böse König" die Biografie der Zwangsprostituierten Katharina M., die weithin Beachtung fand. Über den Journalismus hinaus engagiert sie sich im Bundesverband Nordisches Modell und im Verein DIAKA, der sich gegen Menschenhandel einsetzt. Schmid lebt im Rheinland und in Ligurien. (dd/pm)
Barbara Schmid: Die (un)verborgene Gewalt gegen Frauen: Wie Prostitution den Frauenhass in unserer Gesellschaft fördert, zur Gefahr für jede Frau wird und was wir dagegen tun können. 224 Seiten. mvg Verlag. München 2025. Taschenbuch: 18 € (ISBN 978-3-7474-0722-6). E-Book: 13,99 €
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