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Eurovision Song Contest

ESC-Streit: Österreichs Außenministerin schreibt an Kolleg*­innen

Um den Eurovision Song Contest 2026 in Wien gibt es schon jetzt politischen Wirbel. Mehrere Länder erwägen einen Boykott, um gegen das Vorgehen Israels im Gaza-Streifen zu protestieren. Österreichs Chefdiplomatin zeigt sich besorgt.


Beate Meinl-Reisinger (Neos) ist seit März 2025 Bundesministerin für europäische und internationale Angelegenheiten der Republik Österreich (Bild: Parlamentsdirektion /​ Johannes Zinner)

In die Debatte um einen etwaigen Boykott des Eurovision Song Contests (ESC) durch mehrere Länder hat sich nun Österreichs Außenministerin Beate Meinl-Reisinger eingeschaltet. Ein von Ländern wie Slowenien, Spanien, Niederlande und Belgien zumindest angedachter Boykott als Reaktion auf die Teilnahme Israels würde "die Möglichkeiten für einen wichtigen Dialog zwischen Künstlern und der Bevölkerung verunmöglichen – ohne die Lage vor Ort in Israel und Gaza zu verbessern", schrieb Österreichs Chefdiplomatin an ihre Amtskolleg*innen.

Österreich trägt im Mai 2026 den ESC aus. Er gilt als größter Musikwettbewerb der Welt.

Boykott-Idee aus Protest gegen Israels Gaza-Krieg

Verschiedene Länder erwägen einen Boykott, um gegen das Vorgehen Israels im Gaza-Streifen zu protestieren (queer.de berichtete). Als Außenministerin des Gastgeberlandes sei sie "zutiefst besorgt über die Gefahr einer Spaltung zwischen den Mitgliedern der Europäischen Rundfunkunion in dieser Frage", so die Ministerin.

Zwar dürften politische Entwicklungen, gerade wenn sie mit humanitärem Leid einhergingen, nicht ignoriert werden. Sie sei aber überzeugt, dass der ESC sich nicht für Sanktionen eigne, so die Außenministerin. Solche Debatten würden in etablierte politische Foren gehören.

Die EBU will im Dezember über Umgang mit Israel entscheiden

Kunst und Kultur könnten Brücken bauen. Sie halte es deshalb für unerlässlich, den Dialog mit den Künstler*innen und der Bevölkerung Israels aufrechtzuerhalten, von denen sich viele offen von den Handlungen ihrer Regierung distanzierten, schrieb Meinl-Reisinger weiter.

Die Europäische Rundfunkunion (EBU) will voraussichtlich im Dezember über den Umgang mit Israel entscheiden. Die EBU in Genf betrachtet den ESC als unpolitisches künstlerisches Ereignis. Kriterium für die Teilnahme sei die Unabhängigkeit der jeweiligen Rundfunkanstalten, die die Künstler*innen entsendeten. Der israelische Kan-Sender werde diesen Anforderungen gerecht, hieß es zuletzt. (cw/dpa)

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