https://queer.de/?55151
Roman
Trauma, Vergebung und Menschlichkeit
Der bewegende Roman "Jenseits des Grünen Flusses" von Mirza Klimenta handelt von einem jungen Bosniaken, der in der Begegnung mit einem serbischen Nachbarn Wege der Heilung und Versöhnung findet.

Mirza Klimenta beschreibt mit sprachlicher Intensität den inneren Konflikt seines Protagonisten zwischen Hass, Erinnerung und dem Bedürfnis nach Frieden (Bild: OpenAI)
- 23. September 2025, 07:53h 2 Min.
Mit "Jenseits des Grünen Flusses" legt Mirza Klimenta ein literarisches Debüt vor, das sich eindringlich mit den Nachwirkungen des Bosnienkriegs auseinandersetzt. Im Zentrum steht Ismet, der schon als Kind mit der Gewalt zwischen Bosniaken und Serben konfrontiert wird. Während er mit seiner Familie in Serbien lebt, wird er Zeuge von Polizeigewalt und der Ermordung seines Vaters durch serbische Polizisten. Die Flucht nach Sarajevo während der Kosovo-Krise bringt zwar räumliche Distanz, doch die traumatischen Erfahrungen lassen ihn nicht los.

"Jenseits des Grünen Flusses" ist als Taschenbuch und E-Book erhältlich
Ismets Versuch, ein neues Leben aufzubauen, scheitert zunächst an seiner psychischen Verfassung. Panikattacken und Erinnerungen an die Vergangenheit durchkreuzen seine Pläne. In dieser Lage ist es ausgerechnet ein serbischer Nachbar – mit demselben Namen wie der Mörder seines Vaters -, der ihm beisteht. Die Begegnung wird zum Ausgangspunkt einer Erzählung über Versöhnung, innere Heilung und die unerwarteten Wege, auf denen Unterstützung entstehen kann.
Klimenta beschreibt mit sprachlicher Intensität den inneren Konflikt seines Protagonisten zwischen Hass, Erinnerung und dem Bedürfnis nach Frieden. "Jenseits des Grünen Flusses" ist damit weit mehr als ein persönliches Schicksal: Der Roman verhandelt Themen wie PTSD, Vorurteile und die Spuren, die Krieg und Vertreibung in Familien hinterlassen. Zugleich wird er zu einem literarischen Plädoyer für Mitgefühl und den Mut, ethnische und seelische Grenzen zu überwinden.
Die Biografie des Autors spiegelt sich in dieser Erzählung wider. Klimenta, der während der Balkankriege der 1990er Jahre aufwuchs, wurde selbst Zeuge von Gewalt und Flucht. Schon früh fand er Zuflucht in Literatur und Geschichten, die ihm halfen, Erfahrungen einzuordnen und Brücken zu schlagen. Beeinflusst von Hermann Hesse, richtet sich sein Schreiben auf Fragen von Identität, Kultur und menschlichem Zusammenleben.
"Jenseits des Grünen Flusses" (Amazon-Affiliate-Link ) ist somit nicht nur ein Debütroman, sondern auch ein Zeugnis für die Widerstandskraft des menschlichen Geistes. Klimenta zeigt, wie sich aus Dunkelheit Hoffnung schöpfen lässt – und wie Erzählungen Räume öffnen können, um Traumata zu verhandeln und neue Perspektiven auf Gemeinschaft und Zusammenhalt zu entwickeln. (dd/pm)
Links zum Thema:
» Mehr Infos zum Buch, Leseprobe und Bestellmöglichkeit bei amazon.de
Mehr queere Kultur:
» auf sissymag.de
Informationen zu Amazon-Affiliate-Links:
Dieser Artikel enthält Links zu amazon. Mit diesen sogenannten Affiliate-Links kannst du queer.de unterstützen: Kommt über einen Klick auf den Link ein Einkauf zustande, erhalten wir eine Provision. Der Kaufpreis erhöht sich dadurch nicht.















