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Tag für bisexuelle Sichtbarkeit

LSVD: Flensburg verweigert Bi-Beflaggung

Der Verwaltungsvorstand des Rathauses habe sich aus Neutralitätsgründen gegen die Beflaggung entschieden.


Die Bi-Flagge am Dienstag vor zwei Berliner Rathäusern (Bild: BA Tempelhof-Schöneberg / instagram, Grüne Fraktion Lichtenberg / instagram)

Am heutigen 23. September, dem Internationalen Tag für bisexuelle Sichtbarkeit, hängt erstmals seit Jahren keine Bi+-Flagge am Flensburger Rathaus. Auf eine entsprechende Entscheidung des Verwaltungsvorstands des Rathauses machte der Landesverband Schleswig-Holstein des LSVD am Nachmittag in einer Pressemitteilung aufmerksam.

Die Stadt habe die Entscheidung mit einem Anspruch auf Neutralität begründet und darauf verwiesen, dass die Regenbogenflagge weiterhin als universelles Symbol für die gesamte LGBTQIA+-Community gehisst werde. "Neutralität darf jedoch nicht bedeuten, bisexuelle Menschen oder andere Gruppen innerhalb der queeren Community unsichtbar zu machen", kommentierte Jonas Listing, Ressortleiter für Bi+ beim LSVD.sh. Gerade in Zeiten zunehmender Diskriminierung sende diese Entscheidung ein falsches Signal, denn Sichtbarkeit sei weiterhin ein wichtiger Schritt gegen Hass und für gesellschaftliche Anerkennung.

Der Verband LSVD.sh forderte den Verwaltungsvorstand der Stadt Flensburg auf, die Entscheidung zu überdenken und am Tag der bisexuellen Sichtbarkeit im nächsten Jahr wieder Flagge zu zeigen. "Nach mehreren queerfeindlichen Vorfällen beschloss Flensburg im Jahr 2024 einen Zehn-Punkte-Plan gegen Queerfeindlichkeit und bekannte sich klar zu Akzeptanz und Respekt", so Listing. "Die jetzige Entscheidung ist enttäuschend und nimmt bisexuellen Menschen ihre Sichtbarkeit."

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Im letzten Jahr hatte in Flensburg noch Bürgermeister Henning Brüggemann die Bi-Flagge gehisst, im Beisein der Gleichstellungsbeauftragten Marie Sprute und von Andreas Witolla vom LSVD. "Bi+ Loud & Proud in Flensburg" lautete der Titel eines von der Stadt bei Instagram veröffentlichten Fotos zu der Hissung. "Ziel des Tages ist mehr Aufmerksamkeit für bisexuelle Geschichte, Kulturschaffende und die Community zu schaffen", so der Begleittext. "Denn in der Gesellschaft und sogar innerhalb der LGBTQIA+-Gemeinschaft sehen sich bisexuelle Menschen oft mit Vorurteilen und Intoleranz konfrontiert. Umso wichtiger ist eine Stärkung der Zugehörigkeit und Solidarität mit dieser Gruppe."

Entsprechend wirkt die Entscheidung gegen eine erneute Hissung wie ein Rückschritt. Während die Flagge am Montag oder Dienstag etwa vor etlichen Berliner Rathäusern gehisst wurde (queer.de berichtete), erinnert das Nein aus Flensburg an den im Sommer wochenlang geführten Streit um die Entscheidung von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU), die Regenbogenflagge aus Gründen der Neutralität der Verwaltung anders als in den Vorjahren nicht mehr zum Berliner CSD zu hissen, sondern nur einmal im Jahr zum Internationalen Tag gegen Homo-, Bi- und Transphobie am 17. Mai. (cw)

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