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Staatliche Zensur
Hessisches Genderverbot: Schule muss Instagram-Beiträge löschen
Eine Gesamtschule in Eschborn beugt sich – unter Protest – den von der hessischen Landesregierung verordneten Schreibverboten.

Das Gender-Verbot an Schulen führt jetzt zur Zensur von Social-Media-Auftritten (Bild: pressfoto@freepik / queer.de)
- 24. September 2025, 14:31h 3 Min.
Das von der schwarz-roten Landesregierung in Hessen angeordnete Genderverbot an Schulen führt nun zu hektischen Löschaktionen: Die Heinrich-von-Kleist-Schule in Eschborn, eine Gesamtschule mit 1.400 Schüler*innen, hat vergangene Woche auf Instagram erklärt, dass Angestellte dafür zuletzt ein große Anzahl an Instagram-Einträgen löschen mussten.
"Vielleicht habt ihr es schon bemerkt: Auf unserem Account sind viele ältere Posts verschwunden", erklärte das Schulleitungsteam in einem Beitrag auf dem sozialen Netzwerk. Grund sei der Erlass des Landesbildungsministeriums, wonach auf "Sonderzeichen beim Gendern – wie Sternchen, Unterstrich oder Doppelpunkt" verzichtet werden müsse.
Die Schule betonte jedoch, dass sie trotz der staatlichen Zensur von geschlechtergerechter Sprache die Gleichbehandlung aller Menschen in ihren Beiträgen auch in Zukunft betonen wolle: "Wir stehen weiterhin für Vielfalt, Respekt und Offenheit. Die sprachliche Anpassung geschieht ausschließlich aufgrund der Vorgaben."
Kleist-Schule wünscht sich, mehr Zeit "in sinnvolle Herausforderungen" zu investieren
Gleichzeitig kritisierte die Schulleitung die Landesregierung für den zusätzlichen Aufwand, den die Zensur erfordere: "Natürlich braucht es auch eine gewisse Gründlichkeit, um Instagram-Profile nach Sonderzeichen zu durchforsten – eine Frage der Prioritätensetzung, bei der man sich wünscht, die Zeit könne in sinnvolle Herausforderungen der Bildung in Hessen investiert werden." In den nächsten Wochen sollen die gelöschten Beiträge – mit eingeschränkter geschlechtergerechter Sprache – wieder in der Timeline erscheinen.
Die Anti-Gender-Politik hatte bereits Auswirkungen auf mehrere Bereiche der Bildung gehabt: So musste das IT-Team der Hessischen Zentrale für Datenverarbeitung (HZD) ein Zensur-Programm entwickeln, das gegenderten Worte wie Schüler*innen aus dem Veranstaltungsarchiv der hessischen Lehrkräfteakademie entfernt und durch erlaubte Formulierungen wie "Schülerinnen und Schüler" ersetzt.
Immerhin: Letztes Jahr erklärte das Bildungsministerium die Sprachverbote gelten an Universitäten nicht für Forschung und Lehre, sondern nur für die Verwaltung (queer.de berichtete).
Die Kleist-Schule erklärte gegenüber den "Frankfurter Rundschau", dass das Bildungsministerium die Beiträge der Schulen zwar nicht aktiv scanne. Allerdings würden die Schulämter Schulen kontaktieren und das Thema "mit den Schulen besprochen", sollten Fälle von verbotener Sprache bekannt werden.
Auch Gender-Zensur in Medien geplant
Im Ende 2023 beschlossenen Koalitionsvertrag hatte die schwarz-rote Landesregierung ihr Genderverbot beschlossen (queer.de berichtete). Wörtlich heißt es in dem Dokument: "Wir werden festschreiben, dass in der öffentlichen Verwaltung sowie weiteren staatlichen und öffentlich-rechtlichen Institutionen (wie Schulen, Universitäten, Rundfunk) auf das Gendern mit Sonderzeichen verzichtet wird und eine Orientierung am Rat für deutsche Rechtschreibung erfolgt" (queer.de berichtete).
Bislang gibt es allerdings noch keine Verbote in den öffentlich-rechtlichen Medien. Der Deutsche Journalistenverband hatte davor gewarnt, dass derartige Beschränkungen gegen das Grundgesetz verstoßen würden (queer.de berichtete). (dk)














