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- 04. September 2006 3 Min.
Die Deutsche Aids-Hilfe führte eine Befragung von rund 57.000 Mitgliedern des Datingportals Gayromeo durch.
Von Dennis Klein
In den letzten Jahren steigen die HIV-Neuinfektionen in Deutschland wieder. Das Robert-Koch-Institut registrierte 2005 insgesamt rund 2.500 Fälle. Vier Jahre zuvor steckten sich noch knapp 1.450 Menschen mit dem HI-Virus an. Mancher führt den Anstieg auf die Sorglosigkeit zurück, mit der sich Benutzer von Internetportalen zu Bareback-Abenteuern verführen lassen.
Daher führte die Deutsche Aids-Hilfe in Zusammenarbeit mit Gayromeo eine Befragung der User des populären Datingportals durch. Mehr als jedes siebte Mitglied, fast 57.000 Männer, füllten die Fragebogen aus. Die Auswertung der Daten bestätigte der DAH zufolge ähnliche wissenschaftliche Untersuchungen der letzten Jahre zum Safer-Sex-Verhalten.
Insgesamt gaben 52 Prozent an, in den letzten zwölf Monaten nie ohne Kondom Sex gehabt zu haben. "Selten" unsafe verhielten sich 16 Prozent, "manchmal" ohne Verhüterli trieben es 9 Prozent. Rund 21 Prozent gaben an, öfter ohne Gummi gepoppt zu haben, darunter 7 Prozent ausschließlich. Allerdings beinhaltet das auch Männer in einer monogamen Partnerschaft, immerhin fast jeder Dritte Gayromeo-User. Zudem hatten Neun von Zehn wissentlich im letzten Jahr keine Geschlechtskrankheit. So sagten auch 84 Prozent, dass sie selbst in Bezug auf eine HIV-Infektion ein geringes Risiko eingingen. Knapp 7 Prozent sahen ein eher hohes Risiko für sich selbst (der Rest macht keine Angaben).
6,2 Prozent der Gayromeo-User gaben an, selbst HIV-positiv zu sein. Auch hier ist wie bei den Ergebnissen des Robert-Koch-Instituts ein Anstieg seit 2001 festzustellen. Besonders auffällig dabei: Die Positiven werden immer jünger. Waren 2003 noch 23 Prozent der Neu-Infizierten unter 32 Jahren gewesen, waren es zwei Jahre später schon 43 Prozent. Als Hauptursache für ihre Infektion nannten die Befragten anonymen Sex (41 Prozent). 14 Prozent haben sich bei einem Langzeitpartner angesteckt, 13 Prozent durch einen Sexunfall (z.B. geplatztes Kondom). Drogenkonsum nannten nur 0,4 Prozent als Grund.
"Unter der Berücksichtigung, dass über 80 Prozent in ihrem Profil angeben, immer Safer Sex zu praktizieren und die Antworten der Fragen zusammenfassend kann man insgesamt von einem überlegten und reflektierten Umgang mit dem Risikofaktor HIV ausgehen", resümiert die Deutsche Aids-Hilfe. So weise auch die Angaben "nach Absprache" oder "keine Angabe" bei der Kondombenutzung nicht gleich auf einen verantwortungslosen Barebacker hin, "da sie in den jeweiligen Kontetxten unterschiedliche Bedeutung haben können". Kritisch sieht die DAH "die geringe Testdurchführung und die fehlende Sichtbarkeit von HIV-Positiven - insbesondere bei Jüngeren". So sagten nur 42 Prozent, sie würden Positive persönlich kennen - und rund jeder Dritte gab an, noch nie einem HIV-Test gemacht zu haben.
Ein weiteres Vorurteil entkräftete die Studie auch: Nur 31 Prozent sagten, auf der Datingplattform hauptsächlich Sex zu suchen. 51 Prozent wollten in Kontakt mit Freunden bleiben oder neue Freunde finden - und jeder Achte sucht in den Weiten des Internets die große Liebe.
4. September 2006















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machen. Mal sehen, wie viele dort rumsurfen, um sich infizieren zu lassen...