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Eugen-Bolz-Preis

Hape Kerkeling für sein Engagement für Demokratie und gegen Rechtsextremismus geehrt

Große Auszeichnung für Hape Kerkeling: Der Komiker erhält einen Preis für sein politisches Engagement. Die Laudatio hielt Dunja Hayali, die gerade zur Zielscheibe von Rechtsextremen geworden ist.


Bei der feierlichen Verleihung des Eugen-Bolz-Preises spielte die Stadtkapelle Rottenburg. Auf dem Bild zu sehen sind (v.l.n.r.): Landesjustizministerin Marion Gentges, Oberbürgermeister Stephan Neher, Hape Kerkeling, Dunja Hayali und Clemes Stoppel (Bild: Stadtverwaltung Rottenburg)
  • 30. September 2025, 16:15h 3 Min.

Der 60-jährige Entertainer Hape Kerkeling ist am Montagabend im württembergischen Rottenburg "für seine klare Haltung gegen rechtsextreme Gesinnung und sein Engagement für demokratische Werte" mit dem Eugen-Bolz-Preis 2025 ausgezeichnet worden. Oberbürgermeister Stephan Neher (CDU) überreichte die Auszeichnung im Rahmen eines feierlichen Festaktes.

"Hape Kerkeling erinnert uns daran, dass Humor niemals zur Abwertung anderer führen darf – und dass Haltung auch dort gefragt ist, wo es unbequem wird", erklärte der Chef der 46.000 Einwohner*­innen zählenden Stadt im Landkreis Tübingen. "Für diese klare und zugleich menschliche Position verdient er unsere besondere Anerkennung."

Nach Grußworten von Landesjustizministerin Marion Gentges (CDU) und dem katholischen Generalvikar Clemens Stroppel hielt die queere TV-Moderatorin Dunja Hayali die Laudatio. Die 51-Jährige, die gerade Opfer einer rechtsextremen Einschüchterungskampagne geworden ist, würdigte Kerkeling nicht nur als einen der bekanntesten deutschen Komiker, sondern vor allem als eine Persönlichkeit, die ihre Popularität nutzt, um sich klar gegen Rechtsextremismus zu positionieren: "Gerade in Zeiten, in denen viele Personen der Öffentlichkeit für ihre klare Haltung gegen rechts Anfeindungen oder gar Morddrohungen erfahren, braucht es Persönlichkeiten wie Hape Kerkeling, die sich nicht einschüchtern lassen und Haltung zeigen", so Hayali.

In seiner Dankesrede machte Kerkeling deutlich, dass er es als Verantwortung empfinde, trotz – oder viel mehr gerade wegen seiner Bekanntheit – seine Stimme zu erheben: "Ich tue das, weil ich eine tiefe Verantwortung spüre – diesem Land und unserer Verfassung gegenüber." Mutige Worte von Künstler*­innen seien heute wichtiger denn je, so der Preisträger. "Ich werde mich weiterhin trauen, den Mund aufzumachen, denn die Demokratie braucht uns alle, jeden einzelnen von uns. Ich werde weiter meine Stimme für eine Gesellschaft erheben, in der jeder Mensch mit Würde und Respekt behandelt wird."

Kerkeling für AfD-Verbot

In seiner Rede ging er auch auf die AfD ein: Sie bedrohe seiner Ansicht nach das Grundgesetz und die Demokratie. Daher sprach er sich dafür ein, ein Verbotsverfahren gegen die rechtsextreme Partei durchzuführen. "Ein giftiges Gericht gehört nicht auf die demokratische Speisekarte", so Kerkeling.

Der mit 5.000 Euro dotierte Preis erinnert an den aus Rottenburg stammenden früheren württembergischen Staatspräsidenten Eugen Bolz, der im Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiv war – und deshalb 1945 von den Nazis hingerichtet wurde. Der Eugen-Bolz-Preis wurde erstmals 1997 verliehen und geht an Persönlichkeiten, die sich in herausragender Weise für Demokratie und Rechtsstaat einsetzen. Zu den bisherigen Preisträger*innen gehören etwa Charlotte Knobloch, Angela Merkel und die Musikgruppe Silbermond.

Hape Kerkeling stiftet das Preisgeld der Amadeu Antonio Stiftung, die sich für die Stärkung der demokratischen Zivilgesellschaft einsetzt und gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus wendet. (pm/dk)

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