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Right Livelihood Award

Trans Programmiererin Audrey Tang mit Alternativem Nobelpreis geehrt

Audrey Tang war die erste trans Ministerin in Taiwan. Jetzt erhält die Programmiererin für ihr Engagement für die Demokratie den begehrten Right Livelihood Award.


Audrey Tang erhält den Right Livelihood Award (Bild: Audrey Tang / flickr)

  • 1. Oktober 2025, 14:08h 3 Min.

Die taiwanesische Hackerin und Programmiererin Audrey Tang wird dieses Jahr eine der Preisträgerinnen des Right Livelihood Award, der umgangssprachlich auch Alternativer Nobelpreis genannt wird. Wie die Right-Livelihood-Stiftung in Stockholm am Mittwoch mitteilte, erhält die trans Frau den Preis für den visionären Einsatz digitaler Technologien, um so die Demokratie zu stärken, die Zivilgesellschaft einzubinden und gesellschaftliche Spaltung zu überbrücken. 

Die 44-Jährige ist eine freie Softwareprogrammiererin und war schon früh in technologischem, digitalem Aktivismus aktiv, z. B. an einer Plattform, die Bürgerbeteiligung und offene Regierungsdaten fördert. 2016 sorgte Tang für Schlagzeilen, als sie als erste trans Frau in die Regierung eintrat – zunächst als Ministerin ohne Portfolio. Von 2022 bis 2024 war sie erste Digitalministerin des Landes. Tang identifiziert sich selbst als "post-gender". Das heißt, sie sieht sich nicht streng in binären Geschlechterrollen verhaftet – sie akzeptiert jedoch das Pronomen "sie", weil sei lange als Frau gelebt habe, aber auch alle anderen Pronomen. Das Internet versteht Tang als Werkzeug für Partizipation – und entwickelte etwa Systeme, die Fakenews, insbesondere durch das kommunistische China, durch Faktenchecks und Humor ("humor over rumor") neutralisieren sollen.

Weitere Preisträger*innen

Außerdem wird dieses Jahr die ozeanische Organisation Pacific Islands Students Fighting Climate Change (PISFCC) und der Menschenrechtsanwalt Julian Aguon aus Guam gemeinsam dafür geehrt, die Klimakrise vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag gebracht zu haben, um so Staaten rechtlich zum Klimaschutz zu verpflichten. Auch die anonyme Aktivistengruppe Justice For Myanmar wird ausgezeichnet. Sie lege laut der Stiftung offen, wie die Militärjunta in Myanmar aus dem Ausland finanziell unterstützt wird. Ebenso gewürdigt wird das Freiwilligennetzwerk der Emergency Response Rooms für seine gemeinschaftliche Nothilfe für Millionen Menschen im Sudan.

Der Right Livelihood Award wird seit 1980 an mutige Vorkämpfer*innen für Klima- und Umweltschutz, Menschenrechte, Gerechtigkeit und Frieden vergeben. Über die Jahre hat sich der Beiname Alternativer Nobelpreis für den Award eingebürgert, auch wenn die Auszeichnung in kritischer Distanz zu den eigentlichen Nobelpreisen steht, deren diesjährige Preisträger ab Montag nach und nach in Stockholm und Oslo verkündet werden. 

Zu den früheren Right-Livelihood-Preisträgern zählen große Namen wie die schwedische Kinderbuchautorin Astrid Lindgren, der US-Whistleblower Edward Snowden und die inzwischen sehr umstrittene schwedische Aktivistin Greta Thunberg. Weitaus häufiger geht der Preis jedoch an international eher weniger bekannte Persönlichkeiten, denen mit der Auszeichnung mehr Gehör verschafft werden soll. 

Am 2. Dezember sollen die Preisträger*innen auf einer feierlichen Zeremonie in Stockholm geehrt werden. Die Auszeichnung ist unter anderem mit lebenslanger Unterstützung durch die Right-Livelihood-Stiftung verbunden, die bis heute etwa 200 Preisträger*innen aus rund 80 Ländern ausgezeichnet hat. Die diesjährigen Geehrten sind die jeweils ersten aus ihren Ländern. (dpa/cw)

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