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Social-Media-Kampagne
Kalifornischer Gouverneur veröffentlicht Deepfake um das Sex-Sofa von JD Vance
Gavin Newsom hält der Trump-Regierung mit einer Troll-Kampagne den Spiegel vor: Nun holt der Demokrat die Geschichte um ein Sofa hervor, mit dem Vizepräsident JD Vance sexuelle Beziehungen unterhalten haben soll.

Gouverneur Gavin Newsom (li.) macht sich mit einer Meme-Version über Vizepräsident JD Vance lustig (Bild: , Gage Skidmore / flickr, X / Governor Newsom Press Office)
- 2. Oktober 2025, 11:39h 4 Min.
Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom trollt bereits seit mehreren Monaten die Regierung in Washington mit Tweets, die an die Social-Media-Äußerungen von Präsident Donald Trump erinnern. Nach einem als rassistisch kritisierten Trump-Tweet holt er nun eine alte Geschichte hervor: die des Sex-Sofas von Vizepräsident JD Vance.
Zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr tauchte die Erzählung auf, dass Vance sich angeblich gerne sexuell befriedige, indem er einen Latexhandschuh penetriere, der zwischen die Polster eines Sofas gesteckt sei. Dies soll er in seiner Autobiografie im Jahr 2016 geschrieben haben, hieß es auf Social Media. Die Geschichte war zwar frei erfunden – aber sie machte in den Medien die Runde. Das schwule Pornolabel men.com verfilmte sogar die feuchte Sofa-Liebe mit Pornostar Hayden Harding, der ein (kleines) bisschen wie Vance aussieht (queer.de berichtete).
Jetzt erinnert Newsom auf einem seiner Accounts auf X (vormals Twitter) an das gebeutelte Sofa: Dazu veröffentlichte der 57-Jährige ein Deepfake-Video, das Vance mit rundem Gesicht und lockigen Haaren zeigt – Newsoms Team kopierte also ein Vance-Meme, über die sich der Vizepräsident in der Vergangenheit echauffiert hatte. Der rundgesichtige Vance moderiert in dem Fake-Video die Sendung "Die Geschichte des Sofas" und stellt eine Couch im Chesterfield-Stil vor: "Es gibt Gerüchte, dass ich eine Begegnung mit einem Chesterfield-Sofa hatte", sagt der KI-generierte Vance in dem Video. "Menschen übertreiben, verdrehen die Wahrheit, aber wenn Sie darauf sitzen, verstehen Sie, woher diese Geschichten kommen. Das Chesterfield ist nicht nur ein Möbelstück, es ist ein Erlebnis – und manche von uns wissen das nur zu gut."
Das Video wird von Newsoms Team in Trump-typischen Großbuchstaben mit den Worten kommentiert: "Armer JD! Sein süßes, liebenswertes Sofa kostet jetzt wegen des Import-Zolls mehr."
/ GovPressOfficePOOR JD! HIS SWEET BELOVED COUCH NOW COSTS MORE WITH THE TARIFFS! pic.twitter.com/dNvISJcSPq
Governor Newsom Press Office (@GovPressOffice) September 30, 2025
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Anlass für das Video ist wohl ein kürzlich veröffentlichter KI-generierter Tweet von Präsident Donald Trump, in dem er den demokratischen Fraktionsführer Hakeem Jeffries mit einem Sombrero zeigt und dabei Mariachi-Musik zu hören ist. Die Darstellung des ersten schwarzen Fraktionschefs mit mexikanischen Klischees wurde als rassistisch kritisiert. Vance verteidigte das Video jedoch mit den Worten: "Ich finde es lustig. Der Präsident macht Witze und wir haben Spaß."
Newsoms Social-Media-Team hat noch weitere Tweets über Vance und Trump in petto, in denen die Abneigung der Regierung gegenüber Dragqueens parodiert wird. So wurde ein Bild ausgegraben, das einen jungen Vance während seines Studiums in Frauen-Kleidern zeigt. Es war offenbar bei einer Halloween-Party aufgenommen worden.
/ GovPressOfficeWOW! JD, SUCH AN ODD GUY! pic.twitter.com/HNNiURnRoE
Governor Newsom Press Office (@GovPressOffice) October 1, 2025
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In einem KI-generierten Foto zeigt Newsom außerdem Präsident Donald Trump in einem Outfit der französischen Königin Marie Antoinette. Dazu kommentiert er in Großbuchstaben: "Keine Gesundheitsversorgung für euch Kleinbauern, aber einen Ballsaal für die Königin!" Damit spielte der kalifornische Gouverneur auf Pläne von Donald Trump an, neben dem Weißen Haus einen opulenten Ballsaal für 200 Millionen Dollar zu errichten.
/ GovPressOfficeTRUMP MARIE ANTOINETTE SAYS, NO HEALTH CARE FOR YOU PEASANTS, BUT A BALLROOM FOR THE QUEEN! pic.twitter.com/u8o6dSsIhW
Governor Newsom Press Office (@GovPressOffice) October 1, 2025
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Newsom hat nach der Wahlniederlage seiner Partei im November letzten Jahres vermehrt auf die Taktik gesetzt, Trumps Kommunikationsstil satirisch zu kopieren und dabei dessen Politik zu kritisieren. Politische Kommentator*innen sehen darin auch eine Taktik, sich als demokratischer Kontrahent des Präsidenten zu positionieren und national Bekanntheit zu gewinnen — insbesondere mit Blick auf die Präsidentschaftswahl 2028. Viele Demokraten sehen Newsom als Hoffnungsträger, der in populistischen Zeiten die Chance hat, sich gegen das verbale Bombardement der Republikaner durchzusetzen.
Unter queeren Menschen erlangte Newsom 2004 Kultstatus, als er als Bürgermeister von San Francisco die Ehe für Schwule und Lesben öffnete (queer.de berichtete). Selbst Parteifreund*innen kritisierten ihn damals, da die Ehe-Öffnung laut Umfragen zu dieser Zeit sehr unpopulär war. Nach einem Monat wurden alle Ehen wieder annuliert, weil er mit diesem Schritt seine Kompetenzen als Bürgermeister überschritten hatte. Inzwischen ist die Ehe in den ganzen USA geöffnet worden – dieser Schritt wird von einer Mehrheit unterstützt. Allerdings gibt es zuletzt Bestrebungen von rechts, das Ehe-Verbot wieder einzuführen (queer.de berichtete).
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Newsom stieg in der politischen Hierarchie schnell auf: 2011 wurde er kalifornischer Vize-Gouverneur, seit Januar 2019 ist er Regierungschef im bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat. Für seine Politik erhielt er viel Lob von LGBTI-Organisationen. Zuletzt versuchte er allerdings – offenbar in Verbindung mit seinem bundespolitischen Ambitionien – auch konservativere Wähler*innen anzusprechen. Im März sorgte er etwa für Empörung, als er ein Interview mit dem später ermordeten rechtsextremen Aktivisten Charlie Kirk führte und dabei trans Kinder im Schulsport kritisierte (queer.de berichtete). Die queere Organisation Human Rights Campaign erklärte daraufhin: "Sich trans Kids rauszugreifen, um politisches Kapital zu schlagen, hilft niemandem dabei, die Miete zu bezahlen, ihre Krankenversicherung zu behalten oder einen Job zu kriegen." (dk)














