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Einzelkommentar zu:
Schwulenjagd: Irak "vor Talibanisierung"


#7 xapplexAnonym
  • 06.09.2006, 16:59h
  • Wenn man nach Wissam Auda googelt erhält man immer dieselbe Meldung: Er und sein Trainer sind bedroht und umgebracht worden, weil sie in kurzen Sporthosen herumliefen und damit westlich-dekadent und unislamisch gekleidet waren. Für die Islamisten offenbar das männliche Pendant zum fehlenden Kopftuch, für das sich ja unser Volker Beck so vehement einsetzt.

    Auch wenn es immer wieder behauptet wird: Nicht Armut und schlechte Bildung sind die Ursache für Gewalt. Wäre es so, müßten sich Terroristen vor allem aus Schwarzafrikanern, Haitianern und Nordkoreanern rekrutieren. Die sind aber bisher nicht in Erscheinung getreten. Im Irak schlachten sich die Leute gegenseitig ab, weil der Gegner der falschen islamischen Strömung angehört, was in der queer.de-Meldung sorgsam verschwiegen wird. Wenn Auda also wie behauptet von der Badr-Miliz oder der Mehdi-Armee von Muqtada al-Sadr umgebracht worden ist (welche denn nun? Beides schiitische Privatarmeen, aber untereinander sind sie sich nicht gerade grün) – dann liegt der Verdacht nahe, daß Auda und sein Trainer Sunniten waren. Vielleicht kann ein arabischer Forumsteilnehmer das anhand des Namens erkennen.

    Die USA haben im Irak freie Wahlen unterstützt – nicht bestimmte Parteien und schon gar keine Milizen. Man kann natürlich sagen, freie Wahlen sind homopolitisch gesehen Scheiße, unter Saddam war alles besser. Aber nach zwei verlorenen Kriegen, Hunderttausenden von Toten und Giftgaseinsätzen gegen seine eigene Bevölkerung war seine Zeit nun mal vorbei. Wer mehr über die beiden erwähnten Parteien (SCIRI und Mehdi-Armee) wissen will:

    www.atimes.com/atimes/Middle_East/HI06Ak01.html

    Die Asia Times ist alles andere als pro-amerikanisch, trotzdem wird deutlich, daß es Quatsch ist zu behaupten, die beiden Gruppen würden von den USA unterstützt. Vielmehr sind sie als pro-iranisch einzustufen.

    Es wird immer so getan, als sei Gewalt gegen Schwule im Irak etwas völlig Neues, das es erst seit der amerikanischen Invasion gibt. Es ist nichts anderes als das was im Iran seit 1979 passiert. Das ist den Berufsmenschenrechtlern aber allenfalls eine Randnotiz wert. Nennt ein einziges Land in Nordafrika und Westasien, in dem Schwule nicht jeden Tag fürchten müssen, bedroht, verhaftet, zusammengeschlagen oder umgebracht zu werden. Eins gibt es: Israel.

    Was die Kommentare angeht: selten so gelacht! Pol Pot als Zögling der CIA! Hat etwa den gleichen Wahrheitsgehalt wie die BBC-Meldung vor ein paar Tagen: Amerika ist schuld am Absturz eines russischen Flugzeugs im Iran. Zuviel Mainstream Media geguckt?
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