https://queer.de/?55346
USA
Angst vor "queerem Krebs": Passagier zwingt Flugzeug zu Notlandung
Bei einem inneramerikanischen Flug ereignete sich ein bizarrer Vorfall: Ein Mann trug 15 Gesichtsmasken und beschwerte sich lautstark über die angebliche Gefahr, dass die Strahlung von queeren Menschen Krebs übertragen könne.

Eines der 64 Flugzeuge der Sun Country Airlines (Bild: IMAGO / Zoonar)
- 8. Oktober 2025, 14:40h 2 Min.
Ein Flugzeug der US-Billigfluglinie Sun Country Airlines von Minneapolis nach Newark musste in Chicago wegen eines queerfeindlichen Passagiers notlanden. Wie die "Minnesota Star Tribune" berichtet, habe der betreffende Mann laut einem Zeugen "nicht weniger als 15 Gesichtsmasken" getragen und dabei mit lauter Stimme queerfeindliche Sprüche von sich gelassen.
So habe er behauptet, er werde von der queeren Community "verfolgt" oder "bestrahlt", wodurch bei ihm Krebs verursacht werden könnte. Während des gesamten Fluges habe der Mann wirre Aussagen gebrüllt – etwa "Trump ist hier". Zwischendurch soll er auf seinem Handy "Candy Crash" gespielt haben. Der Flug sei schließlich abgebrochen worden, nachdem der Mann den Satz "Das Flugzeug stürzt ab" geschrien habe.
Mann in Handschellen aus Flugzeug abgeführt
Der Mann wurde nach der Landung auf dem O'Hare International Airport in Chicago in Handschellen aus dem Flugzeug abgeführt. Danach hätten Polizeibeamt*innen die anderen Passagiere befragt.
Ein Sprecher der Fluglinie teilte nach dem Vorfall mit: "Der Flug ist ohne Zwischenfälle gelandet und der fragliche Passagier wurde den Behörden übergeben und aus dem Flugzeug entfernt. Wir danken unseren Passagieren für ihre Geduld während der Unterbrechung ihrer Reise. Der Flug nach Newark wird am Morgen fortgesetzt."
Inakzeptables und aggressives Verhalten von Passagier*innen, im Englischen unter dem Begriff "Air Rage" zusammengefasst, ist kein seltenes Phänomen. Als mögliche Gründe gelten zusätzlicher Stress durch Fliegen aber auch mögliche Änderungen am Luftdruck in der Kabine. Mitarbeiter*innen von Fluglinien führen die meisten Vorfälle hingegen auf Alkoholkonsum zurück.
Das lesbische Eighties-Popidol Samantha Fox randalierte etwa letztes Jahr bei einem geplanten Flug von London nach München im Flieger – und wurde deshalb noch in der britischen Hauptstadt festgenommen (queer.de berichtete). Später wurde sie zu einer Geldstrafe in Höhe von 3.500 Euro verurteilt (queer.de berichtete). Fox gab vor Gericht zu, zu viel getrunken zu haben. (cw)














