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Landgericht Karlsruhe

Homo­sexuelle "vernichten": Baptisten-Prediger erneut wegen Volks­verhetzung verurteilt

Eine Baptistenkirche aus Pforzheim ist im Visier des Verfassungsschutzes. Vor Gericht kämpfte einer ihrer Prediger für einen Freispruch – schon zum zweiten Mal.


Die Baptistenkirche des Hasspredigers hat sich inzwischen umbenannt (Bild: bkzw.church / instagram)

  • 9. Oktober 2025, 17:07h 2 Min.

Im Berufungsprozess wegen Volks­verhetzung hat das Landgericht Karlsruhe am Donnerstag einen Prediger der "Baptistenkirche Zuverlässiges Wort Pforzheim" (BKZW) verurteilt. Die verhängte Strafe von 6.750 Euro (150 Tagessätze à 45 Euro) gegen Andy Shamoon liegt sogar etwas über jener des Amtsgerichts Pforzheim in der Vorinstanz.

Der Angeklagte habe queere Menschen in einer live gestreamten Predigt beschimpft, verächtlich gemacht und ihre Menschenwürde angegriffen, erklärte der Vorsitzende Richter. Auch habe er ihnen das Lebensrecht abgesprochen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Beide Seiten wollten erstes Urteil nicht akzeptieren

Der Verteidiger hatte wie am Amtsgericht auf Freispruch plädiert. Aussagen seines Mandanten über Homosexuelle seien von der Meinungs- und Religionsfreiheit geschützt. Die Staatsanwaltschaft hatte hingegen eine Verurteilung zu 180 Tagessätzen zu je 40 Euro gefordert. Aus ihrer Sicht hatte der Prediger queeren Menschen das Menschsein abgesprochen.

Das Amtsgericht hatte den Prediger im ersten Prozess gegen die laut Verfassungsschutz extremistische BKZW im Dezember vergangenen Jahres zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen à 40 Euro verurteilt (queer.de berichtete). Staatsanwaltschaft und Verteidigung hatten hiergegen Rechtsmittel eingelegt.

Extremistische Ansichten

In einem Video einer Predigt unter der Überschrift "Gott hasst Menschen" sprach Shamoon alias "Bruder Andy" davon, dass Homosexuelle "den Tod verdient" hätten, sie "sollten eigentlich vom Staat irgendwie vernichtet werden (queer.de berichtete). Außerdem sprach er von einer verwirrten, verdorbenen Gesinnung. Die Rede wurde im Juni 2023, also im Pride Month, live gestreamt und ein Video davon auf mehreren Internetplattformen veröffentlicht.


Laienprediger Andy Shamoon bei seiner Hetzpredigt (Bild: Screenshot / Youtube)

Der Landesverfassungsschutz Baden-Württemberg führt die BKZW seit Mai 2023 als Beobachtungsobjekt. Gegen die Hauptverantwortlichen wurden mehrere Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung eingeleitet. Die Behörde rechnet der Gruppierung eine niedrige zweistellige Zahl an Personen zu. Über Onlineauftritte erreiche sie eine weitaus größere Zahl, erklärte eine Sprecherin. Ende 2024 habe die BKZW mehrere Internetpräsenzen in "Deutschlands Seelen Gewinnen" umbenannt und ein neues Logo veröffentlicht. (dpa/cw)

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