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Donald Windham

Vielschichtiges Porträt von Nähe und Distanz, Bewunderung und Ernüchterung

In seinem autobiografischen Erzählband "Verlorene Freunde" schreibt der schwule US-Schriftsteller Donald Windham über seine Freundschaften mit Truman Capote, Tenessee Williams und anderen.


Donald Windham, 1920 in Atlanta geboren, ging mit 19 Jahren nach New York, wo er bis zu seinem Tod 2010 lebte (Bild: Lilienfeld Verlag)

Donald Windhams Erinnerungen an seine Freundschaften mit Truman Capote und Tennessee Williams eröffnen einen selten intimen, zugleich schonungslos ehrlichen Blick auf die amerikanische Literaturwelt der Mitte des 20. Jahrhunderts.

Windham und Williams leben zeitweise zusammen, schreiben Seite an Seite und bringen 1945 ein gemeinsames Stück am Broadway auf die Bühne. Mit Capote verbindet Windham eine Begegnung in Venedig im Jahr 1948, die in eine jahrelange, enge Freundschaft mündet. Doch während Capote und Williams mit wachsendem Ruhm zu schillernden Figuren der Literatur und des gesellschaftlichen Lebens werden, entfernt sich Windham zunehmend aus deren Umlaufbahn – bis beide Beziehungen schließlich in Entfremdung und Schmerz enden.

In seinem Erinnerungsband erzählt Windham davon mit feiner Beobachtungsgabe und einem Gespür für die Widersprüche großer Künstlerfreundschaften. Sein Buch ist reich an Anekdoten und Nebenfiguren aus der damaligen Kulturszene – darunter D. H. Lawrence als unerwarteter Nacktputzer, eine tief verletzte Tania Blixen und ein erstaunlich sparsamer André Gide. Das Ergebnis ist ein vielschichtiges Porträt von Nähe und Distanz, Bewunderung und Ernüchterung – und ein eindrucksvolles Dokument literarischer Zeitgeschichte.

Windham veröffentlichte 1950 seinen Debütroman "Dog Star"


"Verlorene Freunde" ist mit zahlreichen Abbildungen als gebundene Ausgabe und E-Book erhältlich

"Verlorene Freunde" ist jetzt in deutscher Übersetzung von Alexander Konrad im Düsseldorfer Lilienfeld Verlag als 380 Seiten starke, gebundene Ausgabe für 25 Euro, sowie als E-Book (Amazon-Affiliate-Link ) erschienen. Eine Leseprobe gibt es auf der Verlagsseite.

Donald Windham, 1920 in Atlanta geboren, ging mit 19 Jahren nach New York, wo er bis zu seinem Tod 2010 lebte. Er veröffentlichte fünf Romane, diesen Erzählungsband und Erinnerungen an seine Jugend. Sein 1950 veröffentlichter Debütroman "Dog Star" wurde unter anderem von Thomas Mann, André Gide und Albert Camus hoch geschätzt und ist auch 2008 bei seinem erstmaligen Erscheinen in deutscher Übersetzung sehr begrüßt worden. Der ORF bezeichnete das Buch beispielsweise als "den wahren Catcher in the Rye".

Als zweites Buch auf Deutsch erschien 2010 der Rom-Roman "Zwei Menschen" von 1965. Aus dem Erbe Windhams und seines Lebenspartners entstanden die "Donald Windham Sandy M. Campbell Literature Prizes, die von der Beinecke Library der Yale University jährlich in mehreren Kategorien vergeben werden und in der Gesamtsumme zu den höchstdotierten Literaturehrungen der Welt zählen. (dd/pm)

Infos zum Buch

Donald Windham: Verlorene Freunde. 380 Seiten. Lilienfeld Verlag. Düsseldorf 2025. Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag: 25,00 € (ISBN: 978-3-940357-42-7).

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