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"After the Hunt": Brilliante Julia Roberts kann das Drama nicht retten

Der neue Film von Luca Guadagnino feierte auf den diesjährigen Filmfestpielen in Venedig Premiere. Das Drama glänzt mit einer hervorragenden Besetzung. Das schwache Drehbuch wird dem Ensemble jedoch nicht gerecht.


Ayo Edebiri als Maggie und Julia Roberts als Alma in "After the Hunt" (Bild: Amazon MGM Studios)

"After the Hunt" feierte auf den diesjährigen Filmfestspielen von Venedig Premiere. Mit dem Drama kehrt Julia Roberts (57) nach dreijähriger Abstinenz zurück auf die große Leinwand. Schon vor dem Debüt wurde der Film als potenzieller Oscar-Kandidat gehandelt. Luca Guadagnino ("Call Me by Your Name", "Queer") saß auf dem Regiestuhl und hochkarätige Darsteller*innen wie Ayo Edebiri, Andrew Garfield, Michael Stuhlbarg und Chloë Sevigny komplettieren die Besetzung. Obwohl der Film einen beeindruckenden Cast besitzt, wird das schwache Drehbuch dem nicht gerecht.

Darum geht es in "After The Hunt"


Poster zum Film: "After the Hunt" läuft seit 16. Oktober 2025 bundesweit im Kino

Der Film erzählt die Geschichte von Alma Olsson (Roberts), eine Philosophie-Professorin in Yale. Ihre Studenten vergöttern sie, inklusive Maggie Resnick (Edebiri), Almas Lieblingsschülerin. Sie veranstaltet eine Party mit ihrem Ehemann Frederik (Stuhlbarg) und lädt ihre Freunde und Schüler ein. Zu den Gästen gehören neben Maggie auch ihr jüngerer Kollege Hank Gibson (Garfield). Am Ende des Abends verabschieden sich Maggie und Hank von Alma und gehen nach Hause.

Am nächsten Tag kommt Maggie nicht zu Almas Vorlesung. Später taucht sie vor Almas Wohnung auf und erzählt unter Tränen, dass sie in ihrer Wohnung mit Hank noch etwas getrunken haben. Dieser habe sich später aufgedrängt und sie sexuell missbraucht. Maggie beabsichtigt, Hanks Tat öffentlich zu machen und bittet Alma um Unterstützung. Alma trifft später Hank in einem Restaurant. Er schwört, dass die Geschichte gelogen ist. Vielmehr hat er in Maggies Abschlussarbeit Plagiate gefunden und ihr mitgeteilt, dass er dies melden werde. Ihre Anschuldigung sei nur dazu gedacht, einer Untersuchung zuvorzukommen.

Roberts in Bestform

Roberts beweist erneut, dass sie zu den Besten ihres Fachs gehört. Ihre Rolle als Professorin Alma ist vielschichtig. Sie verkörpert eine komplexe Figur. Alma hat ihre eigenen Geheimnisse und kämpft gegen innere Dämonen. Roberts besitzt eine beeindruckende Ausstrahlung, die es unmöglich macht, den Blick von ihr abzuwenden. Sie dominiert jede Szene und überschattet die restliche Besetzung.

Das ist jedoch auch eines der Probleme des Films. Alma ist ein interessanter Charakter, aber sie hat nur indirekt mit dem zentralen Konflikt des Films zu tun. Dennoch besteht der Film darauf, dass sie im Mittelpunkt steht. Das führt dazu, dass die eigentliche Geschichte ihre Wirkung verliert. Maggie, die behauptet, Opfer eines sexuellen Übergriffs zu sein, wird zu einer Nebenfigur degradiert. Ihren Kampf um Gerechtigkeit verfolgen die Zuschauer*innen hauptsächlich durch die Dialoge, die sie mit Alma führt. Der Fokus liegt jedoch stets auf Alma und ihrem inneren Konflikt: Welcher Seite glaubt sie?

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Technisch hervorragend

"After the Hunt" begeistert jedoch auf technischer Ebene. Dem Produktionsdesigner Stefano Baisi gelingt es, die britischen Drehorte überzeugend in eine amerikanische Universitätsstadt zu verwandeln. Kameramann Malik Hassan Sayeed liefert wundervolle Aufnahmen der verschneiten Uni-Stadt ab. Die Filmmusik von Trent Reznor und Atticus Ross tragen zur ungemütlichen Atmosphäre bei.

"After the Hunt" ist nicht Luca Guadagninos bester Film. Das Drehbuch besitzt viele unausgereifte Ideen. Die Schauspieler*innen jedoch werten das Material auf. Julia Roberts liefert als Hauptdarstellerin eine oscarverdächtige Performance ab, und Ayo Edebiri zeigt sich mal von einer ganz anderen Seite. (cw/spot)

Infos zum Film

After the Hunt. Drama. USA, Italien 2025. Regie: Luca Guadagnino. Cast: Julia Roberts, Ayo Edebiri, Andrew Garfield, Michael Stuhlbarg, Chloë Sevigny. Laufzeit: 139 Minuten. Sprache: deutsche Synchronfassung. FSK 12. Verleih: Sony Pictures Entertainment Deutschland, Kinostart: 16. Oktober 2025
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