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Bundesschwulenmutti
Ulrich Matthes hat das Ohr der Ex-Kanzlerin bei Liebeskummer
In einem Podcast erzählt der Schauspieler Ulrich Matthes davon, dass er mit Angela Merkel auch über intime Themen spreche – und lobt die frühere Regierungschefin als "hoch empathisch".

Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel war 2022 dabei, als Ulrich Matthes (vorne rechts) das Bundesverdienstkreuz erster Klasse verliehen wurde (Bild: IMAGO / Future Image)
- 20. Oktober 2025, 15:30h 3 Min.
Der schwule Schauspieler Ulrich Matthes redet mit der mit ihm befreundeten Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel auch über Liebeskummer. Das verriet er laut einem "Brisant"-Bericht im kostenpflichtigen Podcast "Alles Liebe" der "Süddeutschen Zeitung".
Er vertraue sich der Christdemokratin in Liebesfragen gerne an, erklärte der 66-Jährige. "Weil sie hoch empathisch ist, weil sie zuhören kann, weil sie nicht mit ihrer Meinung zurückschreckt, weil sie ehrlich ist", sagte er im Podcast. Er empfinde ihre Ratschläge als "einfach direkt".
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In dem Podcast verriet er auch, dass er sich stets nach einer stabilen und innigen Beziehung gesehnt habe – und bedaure, nie Kinder gehabt zu haben. Dies sei ein "trauriger Nebenaspekt meiner Sexualität", sagte er weiter. "Ich gehöre zu einer Generation, in der (…) ich mir gar nicht vorstellen hätte können, dass zwei Männer irgendwann mal ein Kind haben können." Das sei jetzt inzwischen möglich. Er sehe das als "eine absolute Errungenschaft der letzten zwanzig Jahre" an. Für ihn sei es nun aber zu spät.
Matthes und Merkel verbindet langjährige Freundschaft
Matthes ist seit vielen Jahren mit Merkel befreundet. Beide teilen ein Interesse an Kultur, Oper und vor allem den Bayreuther Festspielen. Dort wurden sie bereits mehrfach gemeinsam gesehen. Der ehemalige Präsident der Deutschen Filmakademie äußerte sich nur selten über ihre Politik. 2022 spekulierte er etwa darüber, warum sie fünf Jahre zuvor gegen die Ehe für alle gestimmt haben könnte: Er glaube, dass sie als "Pfarrerskind vielleicht einfach für die Ehe nur zwischen Mann und Frau" sei. "Oder sie hat deswegen dagegen gestimmt, weil sie so viele konservative Felder in der CDU abgeräumt hat und dann gedacht hat: Och, das gebe ich denen jetzt mal", so Matthes damals. Ihr Abstimmungsverhalten habe ihn nicht verletzt (queer.de berichtete).
Letztes Jahr würdigte Merkel in einem ihrer selten Auftritte nach dem Ende ihrer Kanzlerinnenschaft bei einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung Matthes für dessen Einsatz für Toleranz und Menschlichkeit: "Gleichzeitig verweigert Ulrich Matthes konsequent jede Toleranz, wo Intoleranz und Menschenverachtung vorkommen. Diese Auseinandersetzung scheut er nie", sagte die Ex-Kanzlerin (queer.de berichtete).
Matthes hatte sich 2021 gemeinsam mit 184 anderen Schauspieler*innen im Rahmen der #ActOut-Kampagne als queer geoutet. Dabei wollte er eigentlich zunächst gar nicht mitmachen, wie er später erklärte: "Spontan habe ich erst abgesagt: 'Sexualität ist privat, das geht keinen was an.' Aber es gibt ja selbst in unserer vermeintlich supertoleranten Branche noch Ressentiments, Getuschel, Vorurteile. Wie überall. Und dann dachte ich: 'Wenn ich gefragt werde bei einer so großen Aktion, dann kann ich denen weder als privater Uli noch als Präsident der Filmakademie meine Solidarität versagen'" (queer.de berichtete). (dk)













