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Markus Hammer
Queerfeindlicher CSU-Funktionär ist jetzt bei der AfD
Im Februar nahm der CSU-Kommunalpolitiker Markus Hammer an einer rechtsextremen Demo gegen queere Menschen teil. Jetzt kam er einem CSU-Parteiausschlussverfahren zuvor – und wird AfD-Kandidat.

Markus Hammer ist nach einem Auftritt bei einer queerfeindlichen rechtsextremen Demo jetzt bei der AfD angekommen (Bild: ra / CSU)
- 21. Oktober 2025, 11:51h 2 Min.
Der Kommunalpolitiker Markus Hammer hat gegenüber der Zeitung "Merkur" seinen Austritt aus der CSU und seinen Eintritt in die AfD bekanntgegeben. Der frühere Chef des CSU-Ortsverbandes Puchheim (Landkreis Fürstenfeldbruck) werde bei der Kreistagswahl im nächsten Jahr für die rechtsextreme Partei kandidieren, hieß es weiter.
Hammer hatte im Februar bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, weil er an einer queerfeindlichen AfD-Demonstration in seiner Heimatstadt teilgenommen hatte (queer.de berichtete). Bei der AfD-Kundgebung, bei der auch die Neonazi-Partei "Der III. Weg" dabei war, wurde gegen einen Dragqueen-Auftritt in der Stadtbibliothek demonstriert. Hammer sagte damals bei der Kundgebung, der Auftritt sei ein "massiver Angriff auf alle Gläubigen, egal welcher Konfession". Begründet hatte er seinen Auftritt mit dem "traditionellen Familienbild, welches seinen Ursprung in der Schöpfungsgeschichte im 1. Buch Mose hat". Hammer, der 27 Jahre lang CSU-Mitglied war, erklärte jetzt gegenüber dem rechten Portal "Apollo News", dass er mit seinen "Überzeugungen förmlich aus der CSU raus- und zur AfD hingedrängt" worden sei.
CSU startete Parteiausschlussverfahren
Die CSU hatte im Sommer ein Parteiausschlussverfahren gegen Hammer angestrengt (queer.de berichtete). Die CSU-Kreisvorsitzende Katrin Muck begründete dies mit Hammers Rede auf der rechtsextremen Demo und seiner Nähe zur AfD, was den Werten und der Brandmauer-Politik der CSU widerspreche. Den Auftritt bei der Kundgebung bezeichnete sie als "völlig unangemessen und deplatziert" – obgleich auch die CSU gegen die Lesung der Dragqueen Stimmung gemacht hatte.
Infolge der Kontroverse wurde Hammer aus der CSU-Fraktion im Puchheimer Stadtrat ausgeschlossen und trat auch als dritter Bürgermeister zurück, um "weiteren Schaden von der Stadt Puchheim abzuwenden". (cw)















