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Ex-SPD-Generalsekretär
Das unerwartete Comeback des Kevin Kühnert
Nach seinem Rückzug aus der Politik wird Kevin Kühnert künftig für das Musikmagazin "Rolling Stone" schreiben. In seinem ersten Text wird er aber doch politisch und nimmt Markus Söder ins Visier.

Kevin Kühnert kehrte Anfang des Jahres der Politik komplett den Rücken (Bild: IMAGO / teutopress)
- 22. Oktober 2025, 06:34h 2 Min.
Es ist ein durchaus unerwartetes Comeback: Kevin Kühnert (35), der erst im Februar seine starke Abschiedsrede im Bundestag gehalten hatte, meldet sich zurück. Allerdings nicht in der Politik, sondern als Autor: Der schwule frühere SPD-Generalsekretär wird künftig für das Musikmagazin "Rolling Stone" tätig sein. Das meldet unter anderem die "Bild"-Zeitung, dessen Axel Springer Verlag bei der Mediahouse GmbH beteiligt ist, die das Magazin herausgibt.
Sein erster Text erscheint in der November-Ausgabe des Magazins. Danach sollen Kühnerts Beiträge unter dem Titel "Teilnehmende Beobachtung" zweiwöchentlich exklusiv auf rollingstone.de veröffentlicht werden. In seinem ersten Artikel nimmt Kühnert den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (58, CSU) ins Visier. Der SPD-Politiker warnt vor "Söders Wurstfalle" und analysiert dessen öffentliche Selbstinszenierung. Seine These: Was wie unpolitische Folklore aussieht, ist in Wahrheit knallharte konservative Identitätspolitik.
Rückzug von Politik aus Angst vor Gewalt
Kevin Kühnert war von November 2017 bis Januar 2021 Bundesvorsitzender der SPD-Jugendorganisation Jusos. Im März 2018 sprach er erstmals öffentlich über seine Homosexualität (queer.de berichtete). Im Oktober 2021 zog er erstmals in den Bundestag ein – mit einem Sieg in seinem umkämpften Berliner Wahlkreis Tempelhof-Schöneberg über die frühere Grünen-Ministerin Renate Künast und den CDU-Politiker Jan-Marco Luczak. Im Dezember wurde er dann als erster offen schwuler Mann zum SPD-Generalsekretär ernannt.
Den Posten gab er im Oktober 2024 freiwillig auf und begründete diesen Schritt mit gesundheitlichen Problemen (queer.de berichtete). Bei der Bundestagswahl 2025 kandidierte er nicht mehr und zog sich nach Ablauf der Legislatur komplett aus der Politik zurück – ein Schritt, der viele Beobachter*innen überraschte, galt Kühnert doch eigentlich als der starke Mann der SPD für die Zukunft.
"Meine rote Linie ist da, wo Gewalt in der Luft liegt"
Seinen Rückzug begründete er in einem Interview mit der "Zeit" mit dem Gefühl, nicht mehr sicher zu sein. "Meine rote Linie ist da, wo Gewalt in der Luft liegt. Ich bin nur 1,70 Meter groß", sagte Kühnert damals. Die permanenten Drohungen von Rechtsaußen seien dabei nur ein Teil des Problems gewesen. Schwerer wog für ihn, dass sich die Gesellschaft den Extremisten gegenüber nicht entschieden genug zur Wehr setze – während deren politische Vertreter immer stärker würden (queer.de berichtete). (cw/spot)














